Die nackten Zahlen belegen, dass die 0:1-Niederlage des Karlsruher SC beim FC Schalke 04 verdient war: 5:24 Torschüsse aus Sicht der Badener, lediglich ein gefährlicher Abschluss durch Dzenis Burnic (38. Minute), ein xGoals-Wert (die Wahrscheinlichkeit, dass ein Torschuss zu einem Treffer führt) von lediglich 0,20 - nein, in der Offensive wäre der Darbietung der Mannschaft von Trainer Christian Eichner mit dem Attribut "harmlos" fast noch geschmeichelt.
KSC-Offensive wird von Schalkes Abwehr abgemeldet
Dementsprechend hatte der KSC auf den Siegtreffer von Schalke-Kapitän Kenan Karaman (72. Minute) auch keine Antwort. Karlsruhes Spielmacher Marvin Wanitzek, der bei den Königsblauen einen neuen Vorlagenrekord in der 2. Liga hätte aufstellen können, blieb ebenso blass wie die Shootingstars Louey Ben Farhat und Rafael Pinto Pedrosa, die gegen die Defensive der Knappen keinen Stich machten.
Christian Eichner: "Schalke hatte das Momentum"
"Eine individuelle Aktion kann immer passieren - und dann hat die Mannschaft, die oben steht, das Momentum", sagte KSC-Coach Eichner nach der Partie am ARD-Mikrofon. "Trotzdem hat meine Mannschaft sehr gut verteidigt und sehr viel Leidenschaft investiert. Unser Problem war es, dass wir es bei Ballgewinn kaum geschafft haben, den Schalkern Paroli zu bieten."
Eichner ging ins Detail und haderte mit "viel zu vielen leichten Ballverlusten in aussichtsreichen Situationen" seiner Mannschaft. "Da hat Schalke unsere Aktionen schon im Keim erstickt."
Marvin Wanitzek: "In Summe zu fehlerhaft"
Ähnlich sah es Kapitän Wanitzek. "Ich glaube, es ist schnell erklärt. Hinter unsere Defensivleistung kann man einen Haken machen. Da haben wir eine ordentliche Leistung abgerufen", analysierte der Mittelfeldspieler. "Das Spiel mit Ball hat aber zu wenig stattgefunden. Wir hatten zu viele einfache Fehler und haben Schalke nicht vor Aufgaben gestellt. Kurz nach der Mittellinie war Schluss, wenn wir den Ball hatten. In Summe zu fehlerhaft - und deshalb haben wir verloren."
Während Schalke 04 mit 55 Punkten Erster bleibt und den Aufstieg weiter fest im Blick hat, richtet der Karlsruher SC den Blick nach unten. Das Gute aus Sicht der Badener: Im Tabellenkeller konnte bis auf Bielefeld und Magdeburg kein Team viel Boden gutmachen. So fällt der KSC mit weiterhin 37 Punkten zwar auf Rang neun der 2. Liga, hat aber bei noch sechs ausstehenden Spielen beruhigende acht Zähler Vorsprung auf Holstein Kiel auf Relegationsrang 16.
Wanitzek fordert: "40 Punkte fix machen"
Die Sinne müssen aber in jedem Fall geschärft bleiben. "Wir müssen Woche für Woche schauen, dass wir noch Punkte aufs Konto drauf schaffen", forderte Wanitzek. "Wir können am Freitag (18:30 Uhr, Heimspiel gegen Bielefeld, Anm. d. Red.) vorlegen und die 40 Punkte fix machen. Das ist unser absolutes Ziel."
Auch Coach Eichner befand: "Wir reden über die 2. Liga. Grundsätzlich ist die Erwartungshaltung, dass wir auf uns schauen und in der Offensive einen Schritt nach vorne machen. Und dann kann man sich, trotz der attraktiven Gegner, auf den KSC verlassen."