Michael Marco Fitzthum sorgt unter dem Künstlernamen Marco Wanda mit seiner gleichnamigen Band für Aufsehen: Wanda spielt frisch-sympathische Songs mit Tiefgang und ordentlich Wiener Schmäh in den Texten. Mit ihrem ersten Album "Amore" und vor allem ihrer Single "Bologna" gelingt Wanda über Nacht 2014 der Durchbruch.
Ich bin einfach froh, dass dieser Hype vorbei ist. Dieses über Nacht berühmt werden, dass lässt in deinem Leben nichts mehr dort, wo es vorher war. Das überrollt dich wie eine Lawine.
Erfolg, Alkohol und der Weg weg von der Sucht
Was dann beginnt, beschäftigt Marco Wanda bis heute: Ein regelrechter Hype um neue Musik aus Österreich entbrennt. Für die Band Wanda reiht sich Erfolg an Erfolg, Tournee an Tournee und Auszeichnung an Auszeichnung. Die Erwartungen an die Musiker steigen und damit auch der Druck.
Das Leben wird atemlos und der Lebensstil exzessiv. Marco Wanda verfällt dem Alkohol, lässt sich vom Erfolg mitreißen. Wenn er auf die letzten 12 Jahre zurückschaut, sind seine Gefühle zwiegespalten.
Man wird wahnsinnig. Wenn man so schnell so bekannt wird und so einen Hype erlebt, dann wird man wahnsinnig. Es ist ambivalent, weil es war auch eine großartige Zeit.
Erfolg sei keine Salbe und Anerkennung heile keine Wunden. Gleichzeitig sei es die "magischste und geilste Zeit" seines Lebens gewesen. Er sagt, er sei stolz darauf, Teil einer künstlerischen Bewegung gewesen zu sein. Wanda und auch die österreichische Band Bilderbuch hätten eine Lücke gefüllt: Musik in österreichischer Sprache für junge Menschen habe es zum damaligen Zeitpunkt nicht gegeben.
Radiosender haben keine österreichische Musik gespielt, als wir angefangen haben. Das war ein Kampf, dass das wieder die Quote hat, wie das jetzt ist.
Wanda hat die österreichische Musikszene wiederbelebt „Leben, Liebe, Tod“: Marco, Wanda und was vom Rock'n'Roll übrigblieb
Wenn er nicht singt, dann raucht er: Seit über zehn Jahren feiert Marco Wanda als Frontmann mit der Wiener Band Wanda Erfolge. Inzwischen steht Selbstheilung für ihn im Fokus.
Dass es uns überhaupt gegeben hat
In seinem Buch "Dass es uns überhaupt gegeben hat" blickt Marco Wanda auf den Durchbruch seiner Band zurück und analysiert die damit verbundenen Höhen und Tiefen. Außerdem porträtiert er sich selbst, seinen Lebensweg, seine Freundschaften und die Stadt Wien, in der er geboren und aufgewachsen ist.
Das Buch habe ihn überfallen, sagt er in SWR1 Leute. Er drücke sich schon immer künstlerisch aus, male oder schreibe die Songs der Band. Auch in Zukunft möchte er weiterschreiben – ob er die Ergebnisse ebenfalls veröffentlicht, wisse er aber nicht.