Der große Blackout: Sind wir auf flächendeckende Stromausfälle vorbereitet?

Dass der Strom aus der Steckdose kommt, ist für uns selbstverständlich. Aber bleibt das so? Cyber-Angriffe auf unsere Infrastruktur nehmen zu. Der große Blackout ist ein Szenario, auf das wir vorbereitet sein sollten. Ob das auch so ist, wollten unsere Kollegen von Report Mainz wissen. Sie haben alle deutschen Landkreise und kreisfreien Städte abgeklopft, um zu prüfen, wo wir im Fall der Fälle stehen. Darüber spricht SWR Aktuell-Moderator Bernhard Seiler mit Aleksandra van de Pol. Sie ist eine der Report-Autorinnen.

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Ein großflächiger und langanhaltender Stromausfall sei für Experten ein sogenanntes Referenzszenario, erklärt Aleksandra van de Pol. Dabei würden nämlich alle Systeme ausfallen. Tankstellen, Supermärkte, Mobilfunkmasten und die Wasserversorgung funktionierten nicht mehr. Das alles komme auch teilweise in anderen Katastrophenszenarien vor. Gemeinden könnten deswegen bei einem Test für den Umgang mit einem großen Blackout feststellen, wie gut sie grundsätzlich auf Katastrophen vorbereitet seien.

Haben die deutschen Kommunen gute Notfallpläne für Stromausfälle?

Leider nicht, sagt Aleksandra van de Pol. Katastrophenprävention sei Ländersache. Diese hätten die Umsetzung aber an die Gemeinden und kreisfreien Städte übertragen. Dort werde dann jeweils selbst entschieden, wie und ob man sich vorbereite. Einige Bundesländer hätten den Kommunen Rahmenempfehlungen gegeben. Das heiße aber nicht, dass alle Gemeinden bei der Umsetzung gleichauf seien. Bundesweit gebe es einen riesigen Flickenteppich. Ein Viertel der Gebiete habe gar keine entsprechenden Einsatzpläne – unter anderem die Stadt Mainz.

Wie sieht die private Vorsorge für einen Blackout aus?

Über die private Vorsorge der Bürger habe man eine repräsentative Umfrage mit Infratest dimap gemacht, sagt Aleksandra van de Pol. Die Mehrheit der Menschen sei nicht so ausgestattet, wie es das Bundesamt für Katastrophenschutz empfiehlt. Unter anderem solle man für mindestens zehn Tage Nahrung und Wasser vorrätig haben. Das sei allerdings nur bei 39 Prozent der Befragten der Fall. Nur die Hälfte der Menschen habe einen Gaskocher, um sich bei einem Blackout Essen zubereiten zu können und nur 40 Prozent besitzen ein Kurbelradio.

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Andere Länder sind besser vorbereitet

Finnland gelte als Vorreiter in Sachen Katastrophenschutz, sagt Aleksandra van de Pol. Man nehme dort Katastrophenszenarien seit vielen Jahren sehr ernst. Das Land sei ein direkter Nachbar von Russland und habe schon immer damit gerechnet, dass von dort ein Angriff kommen könnte. Außerdem seien die Wetterbedingungen sehr viel härter als in Deutschland. Deswegen gebe es in Finnland sehr viel mehr Vorratshaltung und Trainingstage für unterschiedliche Ereignisse.  

Aleksandra van de Pol ist Autorin beim Magazin Report Mainz. Der Bericht von ihr und Thomas Schneider zur Frage, wie gut bzw. schlecht Deutschland auf einen möglichen großen Blackout vorbereitet ist, läuft heute, am Dienstag den 9.12. ab 21:45 Uhr im Ersten.

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