Handy-Blitzer: So wirksam sind sie bislang in Rheinland-Pfalz

Werden Handy-Blitzer auch in Baden-Württemberg eingeführt? Erfahrungen aus Rheinland-Pfalz könnten eine Anregung sein für die aktuelle Debatte darüber. Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DRV) befürwortet Handy-Blitzer. Sein Vorsitzender Manfred Wirsch erläutert im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Simon Dörr, warum angesichts der hohen Zahl der handybedingten Unfälle eine flächendeckende Kontrolle wirksam wäre.

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Nicht aufs Handy zu schauen ist als Anweisung im Straßenverkehr ungefähr genauso wirksam wie der Rat, auf dem Fahrrad einen Helm zu tragen. Wir alle wissen, dass es besser und sicherer ist - trotzdem befolgen es viele nicht. Mit einem Handy am Steuer eines Fahrzeugs gefährdet man aber eben nicht nur sich selbst, sondern auch andere. Einmal kurz abgelenkt - und schon kann der Unfall passiert sein. Deswegen wird jetzt auch in Baden-Württemberg darüber diskutiert, Handy-Blitzer einzuführen. Geräte also, die jeweils die Person am Steuer filmen und mittels Künstlicher Intelligenz prüfen, ob jemand sein Handy in der Hand hat oder nicht. Wenn Verstöße festgestellt werden, schauen sich menschliche Polizistinnen oder Polizisten die Aufnahmen an und entscheiden dann. Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat DVR ist für eine Einführung des Systems, das in Rheinland-Pfalz bereits angewendet wird.

1.000 Unfälle mit Personenschaden pro Jahr wegen Handy am Steuer

DVR-Präsident Manfred Wirsch erklärt im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Simon Dörr, wo die Erfolge liegen könnten: In den ersten 90 Tagen wurden in Rheinland-Pfalz mehr als 1.200 Fahrzeuge registriert, täglich sind es durchschnittlich zehn Autos, bei denen am Steuer jemand aufs Handy schaut, statt auf die Straße. Das zeige, so Wirsch, wie hoch die Risiken für andere Verkehrsteilnehmer und die Autofahrer selbst dabei sind. Er spricht sich für flächendeckende und unangekündigte Kontrollen aus. In Baden-Württemberg wird die Einführung von Handyblitzern diskutiert, noch heißt es aus dem Stuttgarter Innenministerium, dies werde geprüft. Bundesweit gibt es laut Statistischem Bundesamt rund eintausend Unfälle mit Personenschaden, die durch Ablenkung wegen elektronischer Geräte verursacht wurden, davon 106 Fälle mit Todesfolge.