Geheime Bundeswehr-Strategie: Sonst "könnten wir Wladimir Putin auch in unseren E-Mail-Verteiler aufnehmen"

Die NATO geht davon aus, dass Russland ab 2028 angreifen könnte. Die Bundeswehr muss im großen Stil aufrüsten. Wie, bleibt aber geheim.

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Stand

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat die erste Militärstrategie für Deutschland vorgestellt. Hintergrund sei die aktuelle Weltlage, die unberechenbarer und gefährlicher geworden sei, sagte er in Berlin. Als einen der Schwerpunkte der Strategie nannte Pistorius die personelle Aufstockung der Bundeswehr. Zusammen mit der Reserve solle die Truppe bis zum Jahr 2035 auf mindestens 460.000 Männer und Frauen anwachsen, so Pistorius. Dabei solle die Reserve auf Augenhöhe mit der aktiven Truppe sein.

Transparenz nur bedingt möglich

Die Bundeswehr solle die stärkste konventionelle Armee Europas werden, sagt Pistorius. Ins Detail wollte er aber nicht gehen, sonst "könnten wir Wladimir Putin auch in unseren E-Mail-Verteiler aufnehmen". Daher ist nicht ganz klar, wie die neue Bundeswehrstrategie im Detail aussieht.

"Überbuchung" als Strategie fürs Personal

Beim Personal will das Verteidigungsministerium möglichst auf keine Frauen oder Männer verzichten, die bereit sind, einen Wehrdienst abzuleisten und geeignet dazu sind. Oftmals verändere sich die angestrebte Laufbahn erfahrungsgemäß noch, sagt ARD-Hauptstadt-Korrespondent Oliver Neuroth im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Leon Vucemilovic. Ähnlich wie bei Airlines, die Flüge kalkuliert überbuchten, weil es immer zu Ausfällen komme, wolle auch die Bundeswehr über den eigentlichen Bedarf ausbilden und so sichergehen, dass sie ihre Ziele für den personellen Aufwuchs in jedem Fall erreiche.