In dem neuen Forschungszentrum verfüge man über die ganze Infrastruktur eines Flughafens, der nicht zivil oder permanent genutzt werde, so dass man dort auch Versuche unter realen Bedingungen machen könne, sagt Helge Bürsing vom Fraunhofer Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung in Karlsruhe in SWR Aktuell. Der Standort biete genügend Platz, um Störungen durch Drohnen genau untersuchen zu können.
Fraunhofer-Institut forscht an Systemen zur Drohnenabwehr
Das Fraunhofer Institut arbeitet bereits mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) zusammen und entwickelt einige Technologien zur Drohnenerkennung und Drohnenabwehr. "Wir haben am Institut das MODEAS-System [zur Drohnenerfassung] entwickelt und untersuchen auch andere Sensorik-Konzepte, mit denen die Erkennung und Klassifizierung von Drohnen möglich ist", so Bürsing.
MODEAS hat einen Radarsensor, um die Drohne zu erfassen. Das können wir auch optisch mit Kameras mit Tag- und im Nachtsicht machen. Wenn die Drohne erfasst ist, muss erkannt werden, ob es sich um eine Bedrohung handelt. In Leipzig wäre auch gut gewesen, wenn man gleich gewusst hätte, ob sich an der Drohne Sprengstoff befindet.
Zudem würden auch KI-Verfahren eingesetzt, welche aus Bild-Daten lernen - "und dann nach und nach so robust werden, dass man auch den Drohnen-Typ einordnen kann, um sagen zu können, ob es eine Bedrohung oder nur ein Hobbypilot ist."
Das Problem: kleine, schnelle Drohnen auf einem großen Flughafen
Allerdings sind Drohnen sind kleine Objekte, die unterschiedlich schnell fliegen, gibt Bürsing zu bedenken: "Die schnelleren Drohnen fliegen auch gut mal mit 200 km/h und mehr. Das sind die Herausforderungen für die Sensorik. Und da sind wir, das DLR und andere Einrichtungen schon jahrelang am forschen und können auch einiges."
Die Forschungsergebnisse müssten noch in ein System überführt und von einem Unternehmen gebaut werden. Bislang sei der Markt noch sehr eingegrenzt gewesen, da die Bedrohung durch Drohnen noch nicht erkannt worden sei. Inzwischen gebe es jedoch in Deutschland Start-ups und auch größere Unternehmen hätten aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung im akustischen und optischen Bereich viele Möglichkeiten.
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