Rolle der Kirche: Haben Nächstenliebe und Gemeinschaft in der Politik ausgedient?

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Stand

Die Kirchen haben sich vor den Landtagswahlen der vergangenen Wochen immer wieder deutlich geäußert: Für Demokratie, gegen menschenverachtende Sprache und für Nächstenliebe. Bei den Wählerinnen und Wählern hat das offenbar nicht in der Form gefruchtet, wie man sich das gewünscht hatte.

Menschen brauchen Werte, die ankommen

Die Menschen hörten sehr wohl auf das, was die Kirchen sagten, sagt Kristina Kühnbaum-Schmidt, Landesbischöfin der Nordkirche. Besonders in Mecklenburg-Vorpommern nehme sie wahr, dass viele genau hinhörten, wenn sich die Kirche für Menschenwürde, Demokratie und Nächstenliebe ausspreche. Gerade in Zeiten zunehmender Polarisierung würden Worte, die auf Zusammenhalt und ein gutes Miteinander zielten, dankbar aufgenommen. "Sie werden sehr genau und auch dankbar und sensibel wahrgenommen", sagt sie.

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Brücken statt Belehrung

Menschen, denen solche Werte angeblich egal seien, gebe es aus ihrer Sicht kaum. Oft fehle nur die passende Sprache. Viele wünschten sich ein "Wir" und gemeinsame Ziele. Nächstenliebe und Barmherzigkeit seien dafür gute Brücken. Die Kirche gebe keine konkreten Entscheidungen vor, sondern werbe dafür, sich für diese Werte zu begeistern.

Veränderte Sprache: Kirche als Gegenstimme

Angesichts einer immer rauer werdenden politischen Sprache sieht Kühnbaum-Schmidt eine wichtige Aufgabe der Kirchen darin, menschenverachtende Diskurse deutlich zu benennen. Die Kirche stehe für Menschenwürde, Barmherzigkeit und den Schutz von Minderheiten. Dieses klare Aussprechen nehme die Bevölkerung sehr wohlwollend wahr. "Es tut gut zu hören, dass jemand sagt, was geschieht", sagt die Landesbischöfin. An den Ergebnissen der demokratischen Parteien bei den Wahlen der letzten Wochen ändert das natürlich nichts mehr.

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