Auslöser von Übelkeit oder Kreislaufproblemen

FAQ zu Blaualgen: Das sollte man vor dem Baden beachten

In Hessen häufen sich Badeverbote wegen der sogenannten Blaualgen. In Baden-Württemberg gibt es bisher nur vereinzelte Fälle. Dennoch ist Vorsicht geboten.

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Stand

Die Qualität in Badeseen ist in Baden-Württemberg größtenteils gut, aber auch hierzulande wurde schon ein See wegen Blaualgenbelastung gesperrt oder teilweise Warnungen ausgesprochen. Das gilt es beim Thema Blaualgen zu beachten.

Was sind Blaualgen?

Blaualgen sind - anders als der Name vermuten lassen würde - keine richtigen Algen, sondern Bakterien, genauer Cyanobakterien. Einige von ihnen enthalten einen grün-blauen Farbstoff, der ihnen umgangssprachlich den Namen "Blaualgen" verliehen hat.

Wie kommt es zu einer Belastung durch Blaualgen?

Laut baden-württembergischem Gesundheitsamt treten starke Vermehrungen von Blaualgen in nährstoffreichen, langsam fließenden, stehenden oder rückgestauten Gewässern auf. Auch hohe Lichtintensität, ein Überangebot von Phosphor und Stickstoff sowie lang anhaltend hohe Temperaturen können zu starkem Wachstum der Blaualgen führen.

Wieso sind Blaualgen gefährlich?

Bei normaler Konzentration sind Cyanobakterien laut Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) ungefährlich. Bei starker Vermehrung können sie aber gefährlich für Menschen und Tiere werden. Denn sie bilden Giftstoffe, die bei Hautkontakt Reizungen und bei Verschlucken Übelkeit, Kreislaufprobleme und Schmerzen hervorrufen können. Besonders gefährdet seien Kinder und Kleinkinder, aber auch Haustiere, so das Landesgesundheitsamt. Wenn die genannten Symptome nach dem Kontakt mit belastetem Wasser auftreten, solle man auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen.

Warnschild an Badesee: Ein Hinweisschild am Badesee warnt Badegäste vor Blaualgen. Die Wasserqualität in EU-Badeseen wird regelmäßig kontrolliert.
Ein Hinweisschild am Badesee warnt Badegäste vor Blaualgen.

Was muss ich beim Baden beachten?

Grundsätzlich sollte man die Anweisungen und Hinweise der Behörden vor Ort unbedingt ernst nehmen. Dazu gehört zum Beispiel nur in ausgewiesenen Stellen zu Baden oder Badeverbote zu beachten.

Außerdem sollte man laut baden-württembergischen Gesundheitsministerium nach Blaualgen Ausschau halten, bevor man ins Wasser geht. Man erkennt sie an einer grünlichen Einfärbung und Eintrübung. Badestellen mit auftreibenden Algen und blau-grünen Schlieren im Wasser sollte man demnach vermeiden. Zudem sollte man belastetes Wasser auf keinen Fall verschlucken, da wiederholter Kontakt zu einer Ausprägung der Symptome führen könnte.

Das Bundesumweltamt rät: Langsam ins Wasser gehen, ohne Schlamm aufzuwirbeln. Wenn man knietief im Wasser stehe und seine Füße erkennen könne, stehe dem Badespaß an dieser Stelle nichts im Wege.

Wie werden Blaualgen in Badeseen festgestellt?

Das baden-württembergische Gesundheitsministerium sagt, dass die als Badestellen ausgewiesenen Gewässer regelmäßig von den Gesundheitsämtern und den Mitarbeitenden der Kommunen beobachtet werden. Spezielle Untersuchungen werden aber erst bei einem Verdacht, oder durch Hinweise aus der Bevölkerung eingeleitet. Wird ein massiver Befall mit Blaualgen festgestellt, könne ein Badeverbot empfohlen oder ausgesprochen werden. Das könne aber in der Regel aufgehoben werden, sobald sich die Konzentration der Blaualgen im Wasser wieder verringert.

Welche Badeseen in BW sind betroffen?

Die gute Nachricht: Die meisten Badeseen in Baden-Württemberg haben eine sehr gute Wasserqualität und kein Problem mit Blaualgen. An einigen Stellen sollte man aber aufpassen:

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So ist zum Beispiel der Eisenbachsee in Alfdorf (Rems-Murr-Kreis) seit Mitte August wegen Belastung mit Blaualgen für Badegäste gesperrt. Es bestehe eine Gesundheitsgefährdung beim Baden und Schwimmen im See, so das Gesundheitsamt.

Vor einer starken Blaualgen-Entwicklung wird außerdem am Neumühlsee in Waldenburg (Hohenlohekreis) gewarnt. Gesperrt ist der See aber nicht. Auch in einigen Bereichen des Riedsees in Donaueschingen im Schwarzwald-Baar-Kreis vermehrt sich die Blaualge ebenfalls sehr stark. Die Stadtverwaltung rät deswegen dringend, nur im offiziell ausgewiesenen Badebereich zu baden. Auch am Badesee Freudenberg (Main-Tauber-Kreis) wurde eine starke Cyanobakterienentwicklung festgestellt

Wie es um die Wasserqualität von Badeseen in Baden-Württemberg steht, kann auch immer auf der Badegewässerkarte des Landes eingesehen werden.

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Joana Kerschbaum
Bild von SWR-Redakteurin Joana Kerschbaum

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