Partnerschaft mit britischem KI-Start-up

Bosch will in Bühl ab 2027 humanoide Roboter bauen

Bosch will im Werk Bühl die Serienfertigung humanoider Roboter starten, gemeinsam mit einem britischen Start-up. Das könnte eine neue Aufgabe für das Werk bedeuten.

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Von Autor/in Petra Thiele

Bosch findet für sein Werk in Bühl im Landkreis Rastatt neue Aufgaben. Das hat das Unternehmen dem SWR bestätigt. So will der Technologie-Konzern dort künftig humanoide Roboter in Serie bauen, die mit Künstlicher Intelligenz gesteuert werden. Dafür verbündet sich Bosch mit dem britischen Start-up Humanoid aus London, das die dem menschlichen Körper nachempfundenen Maschinen vom Typ HMND 01 entwickelt hat. Die ersten Roboter sollen demnach ab 2027 vom Band laufen.

Bosch verfolgt mit dem Einstieg in die Robotik große wirtschaftliche Ziele. Tanja Rückert, Chief Digital Officer bei Bosch, sagte der "WirtschaftsWoche", das Unternehmen wolle mit dem Robotergeschäft künftig Milliardenumsätze erzielen. Zugleich soll das Projekt dem Werk Bühl neue Aufgaben geben. Dort waren zuletzt rund 3.000 Mitarbeitende beschäftigt - mehr als 1.000 Stellen sollen wegfallen.

Humanoide Roboter für Logistik, später Pflege und Haushalt

Die Roboter von Humanoid bilden den menschlichen Körper nach: Sie haben Kopf, Arme, Hände und Beine und sollen sich wie ein Mensch durch Produktionshallen und Lager bewegen können. Gesteuert werden sie durch KI-Systeme, die ihnen das Erledigen von Routineaufgaben und einfache Entscheidungen ermöglichen.

Bosch und Humanoid testen die Maschinen bereits gemeinsam in der Logistik. Ziel ist, herauszufinden, wie gut sich die Roboter zum Transport von Waren, zum Kommissionieren oder für andere monotone und körperlich anstrengende Tätigkeiten eignen. Später könnten die humanoiden Roboter auch in der Pflege und im Haushalt eingesetzt werden, so hoffen die Unternehmen, etwa um Pflegekräfte zu unterstützen oder einfache Hilfsdienste im privaten Umfeld zu übernehmen.

Serienproduktion in Bühl: Montage statt kompletter Fertigung

Bei der Serienproduktion in Bühl sollen ab dem kommenden Jahr allerdings nicht alle Komponenten gefertigt, sondern vor allem Einzelteile zu kompletten Robotern zusammengesetzt werden. Woher die Komponenten stammen, konnte ein Bosch-Sprecher noch nicht sagen. Auch darüber, wie viel Geld in das neue Geschäftsfeld investiert werden soll, machte Bosch bislang keine Angaben.

Es sollen aber keine neuen Arbeitsplätze durch die Fertigung von humanoiden Robotern in Bühl entstehen, so der Sprecher. Das Produktionsniveau soll zunächst bei einigen Hundert Stück liegen. Parallel dazu fertigt Bosch in Bühl weiterhin Elektrokleinantriebe, Pumpen für Fensterheber, Sitzversteller und Thermomanagement-Systeme.

Kooperationen mit weiteren Start-ups

Neben Humanoid setzt Bosch auf weitere Partnerschaften in der Robotik. Seit Jahresanfang arbeitet der Konzern auch mit dem baden-württembergischen Start-up Neura Robotics zusammen. Der Schwerpunkt liegt derzeit auf gemeinsamer Software-Entwicklung, Hardware-Projekte sind im Gespräch. Eine Produktion humanoider Roboter mit Neura Robotics liege noch in der Zukunft, heißt es.

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Erstmals publiziert am
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Autor/in
Petra Thiele
SWR-Wirtschaftsredakteurin Petra Thiele
Onlinefassung
Andreas Reinhardt
Bild von Wirtschaftsredakteur Andreas Reinhardt

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