Wer am Samstag, 30. Mai, vom Pfingsturlaub in Italien zurück nach Baden-Württemberg möchte oder in der Gegenrichtung unterwegs ist, der sollte sich seine Reiseroute gut überlegen. Denn dann wird der Brenner von 11 bis 19 Uhr gesperrt sein: die Autobahn, die Bundesstraße und alle Nebenstrecken, und das in beide Richtungen, also von Italien nach Österreich und umgekehrt. Es dürfte Verkehrsbehinderungen weit über den Brenner hinaus geben.
Anwohner protestieren gegen Verkehrsexplosion
Grund für die Sperrungen: eine Demo auf der Brenner-Autobahn. Damit wollen Anwohnerinnen und Anwohner gegen den explodierenden Verkehr protestieren. Fast 11 Millionen Autos und rund 2,5 Millionen Lastwagen haben im vergangenen Jahr laut Autobahnbetreiber Asfinag die mautpflichtige Autobahn benutzt. Bei den Lkw beträgt der Zuwachs seit 2010 rund 40 Prozent.
Das Problem wird für die Anwohner auch durch die Bundesstraße spürbar, die als Ausweichroute benutzt wird. Die Menschen kämen manchmal nicht einmal mehr über die Straße, heißt es. Die Demonstration angemeldet hat der Bürgermeister von Gries am Brenner - als Privatperson. Die Forderung: mehr Lärmschutz und zum Beispiel ein Tunnel.
Kontrollen schon an österreichischen Landesgrenzen
Am Tag der Brenner-Blockade soll es bereits an den Landesgrenzen von Tirol zu Verkehrskontrollen kommen, so das österreichische Bundesland. Für den Fall extremer Verkehrsbehinderungen in Tirol, die die Versorgungssicherheit gefährdeten, wäre mit einer Dosierung des Einreiseverkehrs zu rechnen. Am Brenner selbst werde das Durchfahrtsverbot streng überwacht. Die Autobahn sei in dieser Zeit für jeden unpassierbar. Wer kleinere Straßen nutzen wolle, müsse glaubhaft nachweisen können, zum Ziel- oder Quellverkehr zu gehören, hieß es. Radfahrerinnen und Radfahrer dürfen die Landstraße nutzen.
Selbst das Auswärtige Amt weist auf seiner Homepage darauf hin, dass aufgrund der Sperrung Verkehrsbehinderungen in ganz Tirol zu erwarten seien. Auch an den Tagen vor und nach dem 30. Mai sei mit erhöhtem Verkehrsaufkommen zu rechnen.
Reisende sollten Alternativen nutzen
Wer also unbedingt am 30. Mai von Baden-Württemberg nach Italien oder umgekehrt fahren muss oder will, sollte einen Weg westlich des Brenners wählen - zum Beispiel über den Gotthard- oder den San-Bernardino-Tunnel. Die Fahrt über den Reschenpass könnte Geduld erfordern: Dort gibt es eine Baustelle.
Die nächsten Demos am Brenner stehen übrigens auch schon an: Am 27. Juni und am 1. August wird deshalb die Fernpassstraße jeweils von 10 bis 12 Uhr gesperrt - mitten im Ferienverkehr.