Nach dem Wiederaufflammen des Iran-Kriegs ist der Preis für Superbenzin der Sorte E10 auf einen Höchststand gestiegen. Ein Liter kostete am Mittwoch im bundesweiten Tagesdurchschnitt 2,22 Euro und lag damit über dem bisherigen Rekord aus dem März 2022.
Wie der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) am Donnerstag mitteilte, hatte der bisherige Höchstwert bei 2,203 Euro gelegen. Es handelt sich demnach um einen nominellen Rekord. Inflationsbereinigt sei Benzin in der Vergangenheit bereits teurer gewesen, etwa im Jahr 2012. Die Statistischen Ämter bereinigen Preisentwicklungen um die Inflation, da neben den Preisen auch die Einkommen steigen. Im August lag die Inflationsrate wegen des Iran-Kriegs wieder bei 2,9 Prozent.
Energiepreise treiben Inflation: Was Verbraucher jetzt tun können
So liegen die Spritpreise in Baden-Württemberg
In Baden-Württemberg kostet ein Liter Super-Benzin laut einer SWR-Datenanalyse am Donnerstag im Mittel 2,22 Euro. Der mittlere E10-Preis liegt bei 2,16 Euro pro Liter, beim Diesel sind es 2,26 Euro.
Zum Vergleich: Deutschlandweit kostet ein Liter Super-Benzin am Donnerstag im Mittel 2,28 Euro. Der mittlere E10-Preis liegt bei 2,22 Euro pro Liter, beim Diesel sind es 2,29 Euro. Das ergibt die SWR-Datenanalyse aller Kraftstoffpreise der rund 15.000 deutschen Tankstellen am 3. September 2026 um 11 Uhr. Die Mittelwerte beziehen sich auf die Preise an allen deutschen Tankstellen in den vergangenen 24 Stunden. Die Daten werden einmal pro Stunde aktualisiert. Die Grafik zeigt die aktuelle Entwicklung für Deutschland.
Iran-Krieg und Rohölpreise treiben E10-Preis
Die USA hatten vor wenigen Tagen ihre Angriffe auf den Iran wieder aufgenommen, worauf der Iran mit Gegenangriffen reagierte. Die Eskalation trieb die Rohölpreise erneut nach oben. Zudem erhöhte Niedrigwasser am Rhein zuletzt die Transportkosten.
E10 ist die günstigste gängige Benzinsorte in Deutschland. Sie ist in der Regel fünf bis sechs Cent billiger als Super E5, das weniger Biosprit enthalten darf.
Diesel- und Benzinpreise So tanken Sie heute günstig
Spritpreise am 20. September 2026: Superbenzin kostet im Mittel 2,31€, E10 2,25€ und Diesel 2,42€ in Deutschland. So teuer ist es in Ihrer Nähe.
Bundesregierung gegen neuen Tankrabatt
Hohe Spritpreise führen häufig zu Forderungen nach Entlastungen für Autofahrerinnen und Autofahrer. Von Anfang Mai bis Ende Juni galt ein Tankrabatt von 16,7 Cent pro Liter. Nach einer Schätzung des Finanzministeriums kostete die Maßnahme den Bund rund 1,6 Milliarden Euro.
Eine Neuauflage lehnt die Bundesregierung bislang ab. Die Staatsfinanzen stehen ohnehin in den roten Zahlen, in verschiedenen Politikbereichen laufen umstrittene Sparbemühungen.
Krankenkassenreform der Bundesregierung Längere Wartezeiten und weniger Vorsorge: Ärzte rechnen laut Umfrage mit Verschlechterungen für Patienten
Ab Januar 2027 will der Bund die gesetzliche Krankenversicherung reformieren. Ärzte in Baden-Württemberg befürchten negative Folgen für die Menschen im Land.
ADAC: Nur begrenzte Mehrkosten pro Kilometer durch Spritpreise
Wenn eine Tankfüllung deutlich mehr als 100 Euro kostet, belastet das viele Autofahrerinnen und Autofahrer. Der Einfluss auf die Kosten pro gefahrenem Kilometer fällt laut ADAC jedoch vergleichsweise gering aus.
Steigen die Spritpreise um 50 Cent pro Liter, verteuert sich ein Kilometer bei einem Auto mit acht Litern Verbrauch um vier Cent. Andere Faktoren wie der Wertverlust neuerer Fahrzeuge wirken sich deutlich stärker auf die Gesamtkosten aus. Laut aktueller Autokosten-Statistik des ADAC liegen die Kilometerkosten nur bei wenigen Fahrzeugen unter 40 Cent.