In Heidelberg, Kaiserslautern und Stuttgart ist es schon im Einsatz: Das Medical Intervention Car ("MIC"), eine Art "Super-Notarztwagen" mit Spezialequipment. Sein Einsatzgebiet sind besonders lebensbedrohliche Notfälle, wie beispielsweise Herzinfarkte.
An Bord sind nicht nur bis zu drei spezialisierte Fachärzte, sondern auch eine mobile ECMO. Diese moderne Herz-Lungen-Maschine kann Leben retten - auch dann, wenn herkömmliche Wiederbelebungsmaßnahmen scheitern. Doch wie funktioniert das und wie sieht die Zukunft des Rettungsdienstes damit aus?
Schwerer Herzinfarkt: Reanimation oft am Limit
Als Angela Langer einen schweren Herzinfarkt erleidet und zusammenbricht, beginnen Ersthelfer sofort mit der Wiederbelebung. Doch trotz schneller Maßnahmen, fängt ihr Herz nicht mehr an zu schlagen. Angela Langer hat einen Hauptstamminfarkt. Ein sehr großes Gefäß am Herz ist komplett verschlossen. Eine normale Reanimation hat kaum Aussichten auf Erfolg.
Hightech-Rettung in Stuttgart "Ohne dieses Fahrzeug wäre ich nicht mehr hier" - Spezialfahrzeug rettet Leben
In Stuttgart rettet ein spezielles Notarztfahrzeug Leben. Mit modernster Technik und einem Ärzteteam wird Patienten vor Ort geholfen - bei Notfällen, in denen Sekunden entscheiden.
Doch als das Spezialfahrzeug der Uniklinik Heidelberg den Notfall in Bensheim erreicht, wird Angela Langer sofort an eine mobile ECMO angeschlossen. Wenige Tage später erwacht sie auf der Intensivstation. Sie hat den Herzinfarkt überlebt - dank ECMO.
ECMO übernimmt Herz- und Lungenfunktion
Das mobile ECMO-Gerät ist kompakt und tragbar. Es ist in der Lage Herz- und Lungenfunktionen zu ersetzen. Dafür wird es an den Blutkreislauf angebunden: Aus einer großen Vene in der Leiste wird Blut entnommen. Im Gerät wird es mit Sauerstoff angereichert und dann über eine Arterie wieder in den Körper gepumpt.
Bekannt ist das Verfahren zum Beispiel aus Corona-Zeiten. Damals wurden die stationären Geräte auf Intensivstationen häufig zur Unterstützung der Lungenfunktion bei schweren Corona-Fällen eingesetzt.
Heidelberg als Vorreiter in der Notfallversorgung
Mit dem "Super-Notarztwagen" kommt die ECMO seit einigen Jahren auch in den Außeneinsatz. Sie sei ein entscheidendes Modul für die Zukunft des Rettungsdienstes, erklärt Professor Erik Popp, Leiter der Sektion Notfallmedizin an der Uniklinik Heidelberg. "Wir sind uns aber sehr bewusst, dass die Möglichkeiten, sie flächendeckend einzuführen, sehr limitiert sind."
Auch mit ECMO: Rettungskette muss funktionieren
Die ECMO ist aber kein Allheilmittel. Sie ist keine Option für Patienten, die nicht durch Helfer vor Ort unmittelbar wiederbelebt werden. Die Rettungskette muss reibungsfrei funktionieren, so wie im Fall von Angela Langer.
Mittlerweile geht es ihr wieder gut. Nach einer Reha macht sie privat viel Sport und arbeitet auch wieder. Dass sie das kann, verdankt sie unter anderem einem kleinen Kasten und einer cleveren Idee aus Heidelberg.