Woche der Wiederbelebung

Wie ein "Super-Notarztwagen" mit mobiler Herz-Lungen-Maschine aus Heidelberg Leben rettet

Herzdruckmassage, Sauerstoff, Beatmung - der Standard bei einer Wiederbelebung nach Herzstillstand. Doch was, wenn das nicht hilft? Ein neuer Notarztwagen soll im Akutfall Leben retten.

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Stand

Von Autor/in Stefan Troendle

In Heidelberg, Kaiserslautern und Stuttgart ist es schon im Einsatz: Das Medical Intervention Car ("MIC"), eine Art "Super-Notarztwagen" mit Spezialequipment. Sein Einsatzgebiet sind besonders lebensbedrohliche Notfälle, wie beispielsweise Herzinfarkte.

An Bord sind nicht nur bis zu drei spezialisierte Fachärzte, sondern auch eine mobile ECMO. Diese moderne Herz-Lungen-Maschine kann Leben retten - auch dann, wenn herkömmliche Wiederbelebungsmaßnahmen scheitern. Doch wie funktioniert das und wie sieht die Zukunft des Rettungsdienstes damit aus?

Schwerer Herzinfarkt: Reanimation oft am Limit

Als Angela Langer einen schweren Herzinfarkt erleidet und zusammenbricht, beginnen Ersthelfer sofort mit der Wiederbelebung. Doch trotz schneller Maßnahmen, fängt ihr Herz nicht mehr an zu schlagen. Angela Langer hat einen Hauptstamminfarkt. Ein sehr großes Gefäß am Herz ist komplett verschlossen. Eine normale Reanimation hat kaum Aussichten auf Erfolg.

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Doch als das Spezialfahrzeug der Uniklinik Heidelberg den Notfall in Bensheim erreicht, wird Angela Langer sofort an eine mobile ECMO angeschlossen. Wenige Tage später erwacht sie auf der Intensivstation. Sie hat den Herzinfarkt überlebt - dank ECMO.

Angela Langer hatte einen schweren Herzinfarkt. Dank dem Einsatzteam aus Heidelberg und der ECMO geht es ihr heute wieder gut.
Angela Langer hatte einen schweren Herzinfarkt. Dank dem Einsatzteam aus Heidelberg und der ECMO geht es ihr heute wieder gut.

ECMO übernimmt Herz- und Lungenfunktion

Das mobile ECMO-Gerät ist kompakt und tragbar. Es ist in der Lage Herz- und Lungenfunktionen zu ersetzen. Dafür wird es an den Blutkreislauf angebunden: Aus einer großen Vene in der Leiste wird Blut entnommen. Im Gerät wird es mit Sauerstoff angereichert und dann über eine Arterie wieder in den Körper gepumpt.

Bekannt ist das Verfahren zum Beispiel aus Corona-Zeiten. Damals wurden die stationären Geräte auf Intensivstationen häufig zur Unterstützung der Lungenfunktion bei schweren Corona-Fällen eingesetzt.

Die mobile ECMO wird im Notfall über das Bein an den Blutkreislauf angeschlossen. Die "künstliche Lunge" versorgt das Blut mit Sauerstoff.
Die mobile ECMO wird im Notfall über das Bein an den Blutkreislauf angeschlossen. Die "künstliche Lunge" versorgt das Blut mit Sauerstoff.

Heidelberg als Vorreiter in der Notfallversorgung

Mit dem "Super-Notarztwagen" kommt die ECMO seit einigen Jahren auch in den Außeneinsatz. Sie sei ein entscheidendes Modul für die Zukunft des Rettungsdienstes, erklärt Professor Erik Popp, Leiter der Sektion Notfallmedizin an der Uniklinik Heidelberg. "Wir sind uns aber sehr bewusst, dass die Möglichkeiten, sie flächendeckend einzuführen, sehr limitiert sind."

Sanitäter trägt mobile ECMO in Heidelberg. Am Patienten angeschlossen, fließt das Blut durch diese Schläuche und wird in der ECMO mit Sauerstoff angereichert.
Die mobile ECMO aus Heidelberg ist klein und kompakt. Am Patienten angeschlossen, fließt das Blut durch diese Schläuche und wird in der ECMO mit Sauerstoff angereichert.

Auch mit ECMO: Rettungskette muss funktionieren

Die ECMO ist aber kein Allheilmittel. Sie ist keine Option für Patienten, die nicht durch Helfer vor Ort unmittelbar wiederbelebt werden. Die Rettungskette muss reibungsfrei funktionieren, so wie im Fall von Angela Langer.

Mittlerweile geht es ihr wieder gut. Nach einer Reha macht sie privat viel Sport und arbeitet auch wieder. Dass sie das kann, verdankt sie unter anderem einem kleinen Kasten und einer cleveren Idee aus Heidelberg.

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Erstmals publiziert am
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Autor/in
Stefan Troendle
Stefan Troendle, Reporter und Redakteur bei SWR Wissen aktuell und SWR Kultur Impuls.
Onlinefassung
Lilly Zerbst
Portraitbild der Reporterin Lilly Zerbst.
Emily Burkhart
Portrait Bild der Autorin Emily Burkhart

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