Wer zahlt bei Sturm, Hochwasser und Starkregen?

Elementarschadensversicherung soll Pflicht werden: BW begrüßt Entscheidung

Hauseigentümer sollen sich künftig gegen sogenannte Elementarschäden versichern müssen. Die BW-Regierung ist prinzipiell zufrieden, warnt aber vor freiwilligen Verträgen.

Teilen

Stand

Von Autor/in Knut Bauer

Die baden-württembergische Landesregierung pocht weiter auf eine Pflichtversicherung für Elementarschäden. Ein Jahr nach dem schweren Hochwasser in Süddeutschland hat Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) jetzt die Einführung einer Elementarschaden-Versicherung für Wohngebäude angekündigt, ohne allerdings Details über die Ausgestaltung zu nennen. Hauseigentümer sollen sich also künftig gegen sogenannte Elementarschäden versichern müssen. Das kündigte Hubig in der "Augsburger Allgemeinen" an. Bei Neuverträgen sollen Wohngebäudeversicherungen nur noch mit Elementarschadenabsicherung angeboten werden. In Frankreich existiert eine solche Pflicht bereits.

Rund die Hälfte der Eigentümerinnen und Eigentümer in Deutschland sind gegen Hochwasser, Überschwemmungen oder Starkregen nicht versichert. Bei Unglücken wie der Ahrtalflut springt dann meist der Staat mit Steuergeld ein.

Baden-Württemberg

Landeshilfen und EU-Gelder geflossen Hochwasserschäden und Anpassung an den Klimawandel: BW zahlt Millionenhilfen

Nach dem Hochwasser im Juni 2024 hat Baden-Württemberg Millionen zur Beseitigung der Schäden gezahlt. Auch durch Hochwasserschutz will sich BW für Starkregenereignisse aufstellen.

SWR4 am Freitag SWR4

Elementarschaden-Versicherung: BW sieht sich bestätigt

In Bund-Länder-Arbeitsgruppen und im Bundesrat macht sich die grün-schwarze Landesregierung seit Jahren für eine Elementarschaden-Pflichtversicherung stark. Bis Mitte der neunziger Jahre gab es in Baden-Württemberg eine staatliche Pflichtversicherung, daher sind hier 94 Prozent aller Wohngebäude gegen Elementarschäden wie Starkregen, Sturm oder Hochwasser versichert. Bundesweit ist diese Quote weitaus geringer.

BW-Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) kritisierte in der Vergangenheit, dass zwar viele Hausbesitzer bundesweit nicht versichert seien, aber im Schadensfall dennoch entschädigt würden - auch durch Geld aus Baden-Württemberg. Er findet es offenbar ungerecht, dass in anderen Bundesländern - so jedenfalls stellte es Kretschmann wiederholt dar - weniger als 30 Prozent der Immobilieneigentümerinnen und -eigentümer überhaupt versichert seien. In Baden-Württemberg seien es dagegen mehr als 90 Prozent.

Meckenbeuren

Reparaturarbeiten und Hochwasserschutz Die Folgen des Jahrhunderthochwassers in Meckenbeuren

Anfang Juni 2024 hat ein Hochwasser viele Gebiete im Bodenseeraum überschwemmt. Die Gemeinde Meckenbeuren war besonders stark betroffen. Einige Reparaturarbeiten laufen noch.

Kommt die Versicherung gegen Elementarschäden als Pflicht?

Landesjustizministerin Marion Gentges (CDU) zeigte sich auf SWR-Anfrage erfreut darüber, dass die Bundesregierung dieses Vorhaben nun aufgreift. Wichtig sei allerdings, dass es sich um eine echte Pflichtversicherung handele. Die Versicherungsbranche plädiert dagegen für ein Modell, bei dem Elementarschäden in der Gebäudeversicherung ausgeschlossen werden können.

Baden-Württemberg

Nach Starkregen und Hochwasser BW will bundesweite Versicherungspflicht für Elementarschäden wieder anstoßen

Die Zahl der Extremwetter-Ereignisse steigt, doch eine Pflichtversicherung für sogenannte Elementarschäden gibt es nicht. Das will das Land ändern. Und zwar auf Bundes-Ebene.

Baden-Württemberg

Ein Jahr nach großem Hochwasser Steigende Hochwasser-Gefahr in BW: So können Häuser sicherer gemacht werden

Die Überflutungen vor einem Jahr haben Milliardenschäden angerichtet. Durch den Klimawandel sind immer mehr Immobilien gefährdet. Wie sich Häuslebauer und -besitzer rüsten können.