In Baden-Württemberg ist der Sommer zurück und viele Menschen zieht es in die Freibäder im Land. Im Wasser abkühlen und danach auf der Liegewiese entspannen ist für viele der beste Weg, um die Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke auszuhalten. Was dabei nicht mehr einfach so geht: Sich beim Entspannen auf der Liegewiese eine Zigarette anzünden. Denn mit dem neuen Nichtraucherschutzgesetz, das seit 1. Juni in Baden-Württemberg gilt, gibt es in Freibädern Rauchverbot - außer es gibt ausgewiesene Raucherzonen.
Rauchverbot: Pragmatische Umsetzung im Waldfreibad Öschingen
Nach fast drei Wochen mit den neuen Regeln zieht das kleine Waldfreibad Öschingen (Kreis Tübingen) eine positive Bilanz. "Die Raucher halten sich daran", erzählt Rolf Seif, erster Vorsitzender der Freibadfreunde Öschingen, die das Bad betreiben. Und wenn sich jemand "mal gedankenlos eine Zigarette anzündet", weise man die Leute darauf hin und dann sei das kein Problem.
Das Bad hat einen kleinen Bereich als Raucherbereich ausgewiesen, der weiter weg vom Kioskbereich und dem Kinderbecken ist. Ein komplettes Rauchverbot wollten die Betreiber nicht, um die rauchenden Badegäste nicht zu vertreiben. Übrigens: Auch ohne Verbot sei schon immer rücksichtvoll mit dem Rauchen umgegangen worden, erzählt der Vorsitzende. "An den Schwimmbecken zum Beispiel wurde nie geraucht."
Die Aufsicht hat die Aufgabe das Wasser zu kontrollieren und nicht das Rauchverbot."
Extra Personal, um die Einhaltung der Regeln zu kontrollieren, hat das Waldfreibad Öschingen nicht - dafür habe man gar nicht die Kapazität. Klar ist aber: Der Schwimmmeister kontrolliert das Wasser und sorgt für Sicherheit. Ansonsten regle man das pragmatisch - wenn Verstöße auffallen, spreche man die entsprechenden Personen an. "Aber explizit über das Gelände laufen und schauen, wer raucht jetzt und wer raucht nicht, das machen wir nicht und das ist auch nicht unsere Aufgabe."
Sicherheitsdienst unterstützt im Freibad Sindelfingen
Im Badezentrum Sindelfingen gilt auf dem gesamten Freibadgelände grundsätzlich ein Rauchverbot. Rauchenden Gästen stehe aber trotzdem ein ausgewiesener Raucherbereich zur Verfügung, so Konrad Hünerfeld, Pressesprecher der Stadt Sindelfingen. Die Regelungen würden dort von den meisten Gästen gut eingehalten. Bei vereinzelten Hinweisen auf das geltende Verbot reagierten die meisten Gäste verständnisvoll.
Im Freibad Sindelfingen wird die Haus- und Badeordnung vor allem vom Personal kontrolliert. Während der Saison gebe es zusätzlich Unterstützung von einem externen Sicherheitsdienst. Zu dessen Aufgaben gehöre auch die Kontrolle des Rauchverbots. Schwimmeister und Rettungsschwimmer könnten sich so weiterhin auf die Sicherheit der Badegäste konzentrieren.
Kein Freibad mehr wegen Rauchverbot?
Am meisten betreffen die neuen Regelungen aber natürlich Raucherinnen und Raucher. "Ich bin immer ein Freibadgänger gewesen, aber das Rauchverbot ändert das schon für mich", sagt beispielsweise der 21-jährige Dennis aus Sindelfingen. In seinem Stammfreibad gilt ein flächendeckendes Rauchverbot. Für ihn ein Grund, nicht mehr dorthin zu gehen.
Neu zur Badesaison Schwimmen ohne Kippe: Wie das neue Rauchverbot in Freibädern läuft
Seit dieser Badesaison gilt in den Freibädern: Rauchen verboten - es sei denn, es gibt eine extra Raucherzone. Funktioniert die Umsetzung?
Er habe Verständnis, wenn Nichtraucher sich durchs Rauchen gestört fühlen - vor allem, wenn es um Kinder gehe. Weniger Verständnis hat er für ein komplettes Rauchverbot im Freibad: "So wird eine ganze Gruppe von Personen eingeschränkt - und es ist immer noch im Freien." Für ihn eine gute Lösung: Feste Zonen, in denen geraucht werden darf und die dann etwas abseits sind. Das wäre in seinen Augen eine gute Lösung für alle. "Wichtig fände ich auch, dass es Aschenbecher gibt, damit man seine Zigaretten richtig entsorgen kann", sagt der 21-Jährige.