Nach dem gewaltsamen Tod eines 74-Jährigen im Freiburger Stadtteil Rieselfeld am Dienstagabend herrscht am Tatort vor der Ökumenischen Kirche Maria Magdalena gedrückte Stimmung. Neben dunkelroten Blutspuren auf den grünen Markierungen der Spurensicherung liegen Blumensträuße, Kerzen und Zettel mit letzten Wünschen zum Andenken an den Verstorbenen.
Laut Polizei soll ein 30-Jähriger den Renter mit einem Messer angegriffen haben. Der 74-Jährige verstarb noch am Tatort an seinen Stichverletzungen. Den Tatverdächtigen konnte die Polizei mithilfe von Zeugenhinweisen noch am selben Abend festnehmen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft befindet sich der 30-Jährige Mann seit Mittwochnachmittag in Untersuchungshaft. Ein Haftrichter hat gegen den Mann einen Haftbefehl wegen versuchten und vollendeten Mordes erlassen.
Große Anteilnahme: Opfer war im Stadtteil bekannt
Der Tatort in der Nähe der Ökumenischen Maria-Magdalena-Kirche ist ein zentraler Platz des Stadtteils. Hier befindet sich nicht nur die Kirche, sondern auch das Stadtteilzentrum, der Marktplatz und eine Tramhaltestelle. Am Tag nach dem Messerangriff sind hier viele Leute unterwegs. Einige von Ihnen tragen einen Blumenstrauß in den Händen, um ihn am Tatort abzulegen. Denn auch wenn die Polizei bisher keine Angaben zur Identität des Opfers macht - für viele Anwohnende war der 74-Jährige kein Unbekannter.
Es ist immer noch schwierig für und alle das zu verkraften, weil es so nah dran war.
"Er war immer unterwegs, immer am Flaschensammeln," erzählt ein etwa 30-jähriger Mann. Auch er hat einen Blumenstrauß dabei. Ihm zufolge habe der 74-Jährige sich mit dem Pfand etwas dazuverdienen wollen. "Im Viertel wurde er dabei von vielen unterstützt", erzählt der junge Mann weiter. Auch andere Anwohner können es wie er kaum glauben, dass in ihrem ruhigen Stadtteil so etwas passieren konnte.
Gesprächsangebote von Kirche und Quartiersarbeit
Das Stadtteilzentrum und die Kirche unterstützen, dass die Rieselfelder am Tatort ihre Anteilnahme verkünden. "Das ist gut und wichtig", sagt die evangelische Pfarrerin Sarah-Louise Müller von der Maria-Magdalena-Kirche. "Wir von der Quartiersarbeit und der evangelischen und katholischen Kirche stehen auch für Gespräche zur Verfügung. Also, wenn Menschen auch in den nächsten Tagen noch mit jemandem darüber sprechen wollen, sind wir ansprechbar hier im Stadtteil", sagt Müller.
Die Polizei noch auf der Suche nach dem Motiv
Aus welchem Gründen es zu der Tat kam, kann die Polizei derzeit noch nicht sagen. Der mutmaßliche Täter soll auch für einen weiteren Messerangriff am Sonntag verantwortlich sein. Die Kriminalpolizei Freiburg hat bereits gestern eine Ermittlungsgruppe eingerichtet und arbeitet intensiv daran, die Umstände der beiden Taten aufzuklären. Ob es zwischen den Opfern und dem Tatverdächtigen eine Verbindung gab, ist ebenfall noch unklar. Außerdem ist er nach Angaben der Polizei bereits wegen Eigentums- und Gewaltdelikten sowie Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz aufgefallen.