Keine Reaktion auf Warnsignale

Bier und Kokain: Fahrdienstleiter legte Zugverkehr lahm

Weil der Fahrdienstleiter im Stellwerk Gengenbach nicht erreichbar war, stand der Bahnverkehr dort am Sonntag zeitweise still. Der Mann schlief und war offenbar nicht nüchtern.

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Stand

Ein betrunkener Mitarbeiter im Stellwerk Gengenbach (Ortenaukreis) hat den Zugverkehr auf der Schwarzwaldbahn am Sonntagmorgen zeitweise lahmgelegt. Kurz nach 9 Uhr schlug die zuständige Notfallleitstelle Alarm, weil der Fahrdienstleiter im Gengenbacher Stellwerk nicht reagierte. Der Zugverkehr stand zu diesem Zeitpunkt bereits still. Der Mann war offenbar nicht mehr arbeitsfähig.

Bundespolizei ging von Notfall aus

Da die Bundespolizei von einem medizinischen Notfall ausging, rückte auch der Rettungsdienst an. Weil die Türen im Stellwerk verriegelt waren, kam schließlich auch die Feuerwehr.

🚂Fahrdienstleiter legt Zugverkehr lahm! 🚆Weil der Fahrdienstleiter im Stellwerk Gengenbach (Ortenaukreis) nicht erreichbar war, stand der Bahnverkehr dort am Sonntag für ein paar Stunden still. Kurz nach neun Uhr schlug die zuständige Notfallleitstelle Alarm, weil der Fahrdienstleiter im Stellwerk nicht reagierte. 🪟Durch die Fenster vom Stellwerk sahen die Einsatzkräfte den 29-Jährigen offenbar bewusstlos in einem Bett liegen. Die Türen des Stellwerks waren verriegelt. Erst auf wiederholtes Klopfen habe der Mann reagiert. 🛤️Um kurz nach zehn traf ein Ersatzmann ein, gegen halb elf rollten die Züge wieder - knapp anderthalb Stunden nach dem Alarm. 🔍Quellen: Q1: Bier und Kokain: Fahrdienstleiter legte Zugverkehr lahm (swr.de) #Stellwerk #Fahrdienstleiter #Warnsignale #Ortenaukreis #SWRAktuell Veröffentlichungs-Datum: 15.09.2026

Durch die Fenster sahen die versammelten Einsatzkräfte den 29-Jährigen offenbar bewusstlos in einem Bett liegen. Erst auf wiederholtes Klopfen habe der Mann reagiert, der zuvor auch Warnsignale des Zugfunks verschlafen habe, berichteten die Einsatzkräfte.

Bierflaschen und Kokain

Der Rettungsdienst versorgte den Mann zunächst medizinisch. Wegen seines Verhaltens und mehrerer leerer Bierflaschen führten die Beamten einen Atemalkoholtest durch. Dieser ergab 0,94 Promille, wie die Bundespolizei am Montag mitteilte. In seinem Geldbeutel fanden die Einsatzkräfte zwei "Konsumeinheiten" einer weißen Substanz. Nach Angaben des 29-Jährigen handelte es sich um Kokain.

Ob es sich bei der gefundenen Substanz tatsächlich um Kokain handelte, wird nach Angaben der Bundespolizei nun kriminaltechnisch untersucht. Zudem werde geprüft, ob neben Alkohol auch Betäubungsmittel im Blut des Mannes nachweisbar seien. Solche Ergebnisse liegen üblicherweise innerhalb einer Woche vor.

Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den Mann. Verdacht: Gefährdung des Bahnverkehrs. Für die Fahrgäste ging der Vormittag glimpflich aus. Um kurz nach 10 Uhr traf ein Ersatzmann ein, gegen 10:30 Uhr rollten die Züge wieder - knapp anderthalb Stunden nach dem Alarm.

Deutsche Bahn schreibt null Promille am Arbeitsplatz vor

Die Deutsche Bahn (DB) erklärte am Dienstag, bei ihr gelte ein Suchtmittelverbot: "An allen Arbeitsplätzen gilt die Null-Promille-Regelung", so eine Sprecherin. "Die DB ahndet Vorfälle umgehend und nach einem strengen Regelwerk." Der Vorfall in Gengenbach werde intern aufgearbeitet. "Grundsätzlich gilt: Unsere Stellwerke haben ein fundiertes Sicherheitssystem, das menschliche Fehlhandlungen technisch verhindert."

Nach Angaben des Fahrgastverbandes Pro Bahn kommt es zwei- bis dreimal pro Jahr zu ähnlichen Vorfällen. Der Ehrenvorsitzende Detlef Neuß forderte eine bessere personelle Besetzung: "Bei der Fahrdienstleitung sollte es grundsätzlich ein Vier-Augen-Prinzip geben. Dann setzt sich auch nicht einer dahin und fängt an, Alkohol zu trinken."

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
SWR

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