Endlich zurück in Frankreich - nach mehr als drei Jahren Geiselhaft und monatelangem Warten in der französischen Botschaft in Teheran haben Cécile Kohler und Jacques Paris wieder europäischen Boden unter den Füßen.
Nach dreieinhalb Jahren Gefangenschaft im Iran Traumapsychologe zu Cécile Kohler: Wie kann ihre Rückkehr ins Leben gelingen?
Cécile Kohler ist zurück in Frankreich. Ein Traumatherapeut sagt, sie brauche Normalität. Unterdessen schildert Kohler im französischen Fernsehen unmenschliche Haftbedingungen.
Die beiden wurden am Ende eines Iran-Urlaubs 2022 festgenommen – der Vorwurf: Spionage. Bis zu ihrer Befreiung saßen die elsässische Lehrerin und ihr Partner im iranischen Ewin-Gefängnis in Geiselhaft. Aus der Haft befreit sind die Elsässerin Cécile Kohler und ihr Partner Jacques Paris schon seit November 2025 - nach jahrelangen diplomatischen Bemühungen.
Die Erleichterung in Frankreich ist groß
Am Mittwochmorgen war es dann soweit: Kohler und Paris wurden nach ihrer Ankunft im Élysée-Palast in der französischen Hauptstadt empfangen. Dort erwartete sie der französische Präsident Emmanuel Macron. Sie waren zuvor über Aserbaidschan ausgereist.
Auch Angehörige und Freunde waren für ein schnellstmögliches Wiedersehen nach den Jahren der Ungewissheit direkt nach Paris gereist.
Freude in ihrem elsässichen Heimatort Soultz
In Cécile Kohlers Heimatort Soultz (Haut-Rhin, Elsass) ist die Erleichterung spürbar. Allen voran ihre Familie hatte jahrelang öffentlich Druck ausgeübt, um die Befreiung zu beschleunigen.
Wir wollen unseren Familien danken, die von Beginn an dafür gekämpft haben, uns aus dieser Hölle zu befreien.
Seit Beginn der Geiselhaft hängt ein Plakat am Rathaus als Zeichen der Solidarität im Ort. Kohler selbst wolle es abhängen, wenn sie dazu bereit sei, so der Bürgermeister von Soultz, Marcello Rotolo. Er glaubt, diese symbolische Geste sei wichtig. Das Plakat stehe auch dafür, wie sehr der Ort an ihr hänge – und sie an dem Ort.
Knapp dem Tod entgangen
Gegenüber französischen Medien sagte Kohler, ihr Partner und sie seien sich darüber bewusst, wie knapp sie dem Tod entgangen seien. Gebrochen seien die beiden nicht, auch wenn es sicher das Ziel gewesen sei, sie zu brechen, so Jacques Paris.
Ein Ziel war sicher uns zu brechen, zu zerstören.
Die beiden kündigten an, über das sprechen zu wollen, was sie im berüchtigten iranischen Ewin-Gefängnis erleben mussten.