Gegen Sommerhitze in der Stadt

Mobile Bäume sollen den Freiburger Platz der Alten Synagoge vor Überhitzung schützen

Im Sommer wird der versiegelte Platz der Alten Synagoge zum Hitze-Hotspot. Freiburg testet jetzt mobile, hitzetolerante Bäume, um die Temperaturen zu senken.

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Von Autor/in David Zastrow

Freiburg gilt als grüne Stadt: Es gibt Parks und Bäume, drumherum der Schwarzwald. Doch auch hier gibt es Probleme mit versiegelten Flächen. Auf dem Platz der Alten Synagoge beispielsweise wird es im Sommer sehr heiß.

Der Platz liegt im Zentrum von Freiburg zwischen Uni-Bibliothek und Theater. Er ist ein Treffpunkt für Vieles: Demonstrationen, und Veranstaltungen, aber auch Freizeitaktivitäten wie Skateboarden, Kaffeetrinken, Eisessen und am Springbrunnen spielen finden dort statt. Damit es im Sommer nicht so heiß wird, soll der Platz jetzt grüner werden.

Drei neue Bäume gegen die Hitze

Der Platz der Alten Synagoge ist komplett versiegelt: zubetoniert und mit Steinplatten bedeckt. Die Sommerhitze auf dem Platz ist unangenehm für viele - und für ältere Menschen sogar gesundheitsgefährdend. Daher gibt es auch viel Kritik aus der Bevölkerung.

Nun will die Stadt gegensteuern. Bäume in den Boden zu pflanzen sei auf dem Platz aufgrund des Betons nicht möglich, so Leonie Hellbach von der Stadt Freiburg. Deshalb seien Bäume in Kübeln das Mittel der Wahl.

Die Planungen für diesen Platz sind 20 Jahre alt - heutzutage wäre der Platz wahrscheinlich nicht mehr genauso gebaut worden.

Die drei neuen Bäume wurden in der Nacht auf Dienstag angeliefert. Sie sind bereits sechs Meter hoch und sollen in den nächsten zwei bis fünf Jahren auf zehn bis zwölf Meter Höhe weiterwachsen. Dann können sie rund 40 Quadratmeter Schatten spenden. Rundbänke bieten Platz für eine Pause im Schatten.

System mit Wassertank und Sensortechnik

Die mobilen Bäume mit Bewässerungssystem hat die Stadt von der Freiburger Firma Bloom Green Systems gemietet. In jedem Baumkübel ist Platz für 1.000 Liter Wasser. Die Bäume müssen deshalb nur alle zehn bis 14 Tage gegossen werden. Eine Sensortechnik meldet sich bei der Firma, sobald die Flüssigkeit zur Neige geht, dann wird nachgegossen.

Die Bäume sind nicht in die Erde gepflanzt, sondern stehen in großen Kübeln auf dem Platz - sie sind also gewissermaßen mobil. Insgesamt wiegt so ein Kübel ungefähr dreieinhalb Tonnen, einfach so wegschieben kann man sie also nicht. Aber falls auf dem Platz beispielsweise eine größere Veranstaltung ansteht, kann die Stadt die Bäume verschieben lassen.

Testphase: Mobile Bäume bleiben zunächst bis Herbst

Die drei Bäume stehen erstmal testweise bis zum Herbst in der Innenstadt: Dafür zahlt die Stadt Freiburg insgesamt 28.000 Euro Miete. Bleiben die Bäume danach dauerhaft auf dem Platz der Alten Synagoge, wird die bereits gezahlte Miete auf den Kaufpreis angerechnet.

Bürgerinnen und Bürger freuen sich über die neuen Bäume - das zeigt eine SWR-Umfrage vor Ort. Aber es gibt auch Kritik. Denn besonders viel Schatten spenden sie noch nicht. Einige finden zudem, es dürften durchaus mehr Bäume sein. Und sie stellen die Frage, ob der Platz überhaupt hätte versiegelt werden sollen - auch angesichts der hohen Kosten für die drei Kübelbäume.

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