Fischbestände schützen

Frische für Fische: "Kältepools" für Fische in der Dreisam ausgebaggert

Warme Flüsse sind eine Gefahr für viele Fischarten. In Freiburg wurden deshalb Vertiefungen in der Dreisam ausgegraben. Dort wird der Fluss durch Grundwasser aufgefrischt und abgekühlt.

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Von Autor/in Christof Gerlitz

Ein großer Bagger gräbt sich auf rund 400 Metern mitten in Freiburg durch die Dreisam. Bis zu zwei Meter tief sind die Becken, die er aushebt. Aus ihnen tritt kaltes Grundwasser aus. Denn zahlreiche Fischarten in der Dreisam leiden unter den hohen Temperaturen während des Sommers. Warmes Wasser enthält deutlich weniger Sauerstoff, das sorgt bei den Fischen für Stress und kann sogar bis zum Tod führen. Die neu geschaffenen Kältepools sollen bei den Fischen für Abkühlung sorgen und ihnen außerdem als Zufluchtsorte dienen, dafür werden Baumwurzeln aus dem Stadtwald in die Löcher gelegt.

Das Ausheben von Kältepools sei deutlich günstiger als große Renaturierungen und brächten Erfolg, sagt Claudio Schill vom Landesfischereiverband. Die Umsetzung in der Dreisam könnte ein Vorbild für mehrere Gewässer im Land sein, sagt er. "Dieser Hitzestau, der sich in den Gewässern bemerkbar macht, den haben wir nicht nur in der Dreisam. Den haben wir überall."

Fische wurden in Sicherheit gebracht

An dem Projekt sind das Regierungspräsidium Freiburg, der Fischereiverband Baden-Württemberg und der Angelsportverein Freiburg beteiligt. Tage bevor die Bagger angerückt sind, haben sie gemeinsam mit Ehrenamtlichen Fische gefangen und in Sicherheit gebracht. Mit Elektrokeschern wurden die Tiere betäubt und eingesammelt. Anschließend wurden sie vermessen, gezählt und ein paar Hundert Meter weiter unterhalb ins Wasser zurückgesetzt.

Männer keschern Fische aus der Dreisam
Zahlreiche Ehrenamtliche brachten die Fische in Sicherheit, bevor die Bagger das Flussbett umgegraben haben.

Es ist unsere Pflicht, diesen Fischen ein Zuhause zu geben, sodass sie weiterleben können.

Dann kam ein Schreitbagger zum Einsatz und hob die Pools aus. Quer durch die Freiburger Innenstadt sind so mehrere Kältepools entstanden. Profitieren wird aber nicht nur die Bachforelle, die in der Dreisam zu Hause ist. Herbert Kaiser vom Regierungspräsidium Freiburg erklärt, dass auch viele vom Aussterben bedrohte Arten gerettet werden könnten, etwa die Groppe, das Bachneunauge oder der Schneider.

Grundwasser schafft deutlich Abkühlung

Das Grundwasser unter der Dreisam seil laut Kaiser etwa sieben bis acht Grad kälter als das Bachwasser. Aus den Kältepools strömt es nach oben, vermischt sich mit dem warmen Wasser der Dreisam und bietet so einen "optimalen Lebensraum", wie Kaiser erklärt.

Die Dreisam hatte in den vergangenen Jahren immer wieder mit Niedrigwasser zu kämpfen. Dann wird das Wasser im Fluss besonders warm und gefährlich für die Fische.

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