Nach den jüngsten Vorkommnissen im Winterzirkus im Europapark fordern viele Tierschutzorganisationen ein Verbot überhaupt von Tieren im Zirkus. Bei Wildtieren wird wohl kaum jemand widersprechen, doch was ist mit Hunden? Jeder, der schon mal einem Hund das "Pfötchen geben" beigebracht hat, weiß, wie lernbegierig die Vierbeiner sind - vorausgesetzt natürlich, es wartet danach Lob und eine Belohnung. Auch bei Vorführungen im Zirkus können Hunde ihren Spaß haben. Vorausgesetzt, die Rahmenbedingungen stimmen.
Die meisten Hunde lernen gerne Tricks
Einige Hunderassen lassen sich besonders gut Tricks beibringen, zum Beispiel der Pudel. Er gilt als intelligent und gut erziehbar. Doch es ist nicht nur die Intelligenz, die Hunde schnell Tricks lernen lässt. Viele Rassen, wie der Golden Retriever, der Australien Shepherd oder der Border Collie lieben die geistige Herausforderung und brauchen sie auch. Wichtig dabei ist der "Will to Please", der Wille zu gefallen.
Doch bei weitem nicht alle Hunde wollen nur gefallen. Jagdhunde oder Herdenschutzhunde seien schwerer dressierbar - oder auch gar nicht, erklärt Hundetrainer Thomas Bierer. Bei den meisten Hunden sei es wie bei den Menschen: Manche lernen langsamer, die anderen schneller.
Es gibt Hunde die sogar Spass in der Manege haben
Zirkushunde sollten am besten schon im Zirkus aufgewachsen sein, die laute Musik und die vielen Gerüche von klein auf kennen. Wenn dann noch die Beziehung zu "ihrem" Menschen stimmt, dann könne ein Hund im Zirkus auftreten, sagt Thomas Bierer. Der Hundetrainer hat in diesem Jahr den Tierschutzpreis Baden-Württemberg bekommen und führt seit 2008 seine eigene Hundeschule.
Niemals Hunde durch brennende Reifen springen lassen
Doch es gibt auch Kunststücke, die Thomas Bierer absolut nicht bei Hunden sehen möchte, dazu gehört auch der Sprung durch einen brennenden Reifen. "Alles was Tieren Schmerz zufügen könnte oder Angst bereiten könnte, hat mit Kunststücken nichts zu tun", sagt der Hundetrainer.
Durch positive Bestärkung lernen Hunde am besten
In den Videoaufnahmen der Tierschutzorganisation Peta sieht man, wie ein Hund mehrfach geschlagen wird, und trotzdem geht er in die Manege und vollführt Kunststücke. "Hunde lernen auch über Angst oder Meideverhalten. Sie tun etwas, um etwas Schlimmeres zu vermeiden", erklärt Thomas Bierer. So sollte eine Verbindung zwischen Mensch und Hund niemals sein. Das schönere Lernen durch positive Bestärkung sei viel nachhaltiger. Und das sei sogar wissenschaftlich belegt, so der Experte.