In einem Winterzirkus, der derzeit im Europa-Park Rust gastiert, sind mutmaßlich Hunde misshandelt worden. Das Veterinäramt am Ortenauer Landratsamt hat den Fall bei der Staatsanwaltschaft angezeigt.
Show in Zirkus im Europa-Park: Verängstigte Tiere und Schläge mit einem Seil
Die Tierrechtsorganisation PETA hat den Fall öffentlich gemacht. PETA wurden drei heimlich gedrehte Videos anonym zugespielt. Der SWR konnte die Aufnahmen nicht unabhängig prüfen. Auf den Videos sei zu sehen, wie ein Hundetrainer im Backstage-Bereich seine Hunde quält. Das sei laut PETA mehrfach und seit Wochen beobachtet worden.
In den Aufnahmen soll zu sehen sein, wie ein Dompteur einen Hund mit einem Seil schlägt. Zudem sei Jaulen der offenbar verängstigten Hunde zu hören. Nach Angaben des Ortenauer Landratsamtes hat der Europa-Park selbst das Veterinäramt eingeschaltet. Bei einer Kontrolle des Veterinäramtes vor Ort seien dann aber keine Verstöße festgestellt worden. Allerdings sprächen die Aufnahmen für sich:
Was man auf den Videos sieht, ist ein Umgang, der ganz klar mit Zwang und Strafe agiert. Und das ist gar nicht mehr zeitgemäß.
PETA übt scharfe Kritik
Tierpsychologin und PETA-Referentin Jana Hoger zeigte sich von den Videoaufnahmen schockiert und appellierte in einer Pressemitteilung der PETA an den Europa-Park: "Wir fordern, dass die Tiere umgehend befreit werden und der Europa-Park sich endlich seiner Verantwortung gegenüber fühlenden Lebewesen stellt und Tierdressuren für immer aus dem Programm verbannt."
Europapark: Vorstellung aus Programm genommen
Nach Sichtung der Videos hat das Veterinäramt selbst bei der Staatsanwaltschaft Offenburg Anzeige erstattet. Der Europa-Park hat die Vorstellung mit dem Hunde-Dompteur aus dem Programm genommen. "Der Umgang mit den Tieren macht uns sehr betroffen", hieß es vom Europa-Park.
Die Ermittlungen laufen. Noch ist offen, ob dem Trainer die Hunde abgenommen werden. Darüber entscheidet am Ende das zuständige Veterinäramt.