Reportage Bundesvibe in der ARD-Mediathek

Wie die Kita-Krise Familien und Fachkräfte unter Druck setzt

Die ARD-Reportage Bundesvibe begleitet Familien und Fachkräfte im Alltag zwischen Betreuungsausfällen, steigenden Kosten und Jobdruck. Auch eine Mutter aus dem Raum Freiburg zeigt, wo das System hakt.

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Von Autor/in Charlotte Schönberger

Der Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung besteht seit Jahren. Doch immer mehr Eltern - in Baden-Württemberg und bundesweit - kämpfen mit hohen Betreuungskosten, und die Fachkräfte mit Personalmangel und Überlastung. Besonders Frauen wie Isabell Sacharek Mutter von zwei kleinen Kindern, aus March-Buchheim (Breisgau-Hochschwarzwald) leidet unter der Kita-Krise. Die ausgebildete Sozialarbeiterin wollte nach der Elternzeit zurück in ihren Beruf. Doch die hohen Kita-Gebühren machen eine Rückkehr in den Arbeitsmarkt für sie unattraktiv.

Eigentlich lohnt es sich für mich nicht, wieder arbeiten zu gehen.

Die Kita-Gebühren seien so hoch, dass am Ende kaum etwas übrig bleibe. Die neue ARD-Reportage von Bundesvibe begleitet die 35-Jährige und andere Betroffene im Alltag. Sie zeigt, wie sehr die Frage der Kinderbetreuung inzwischen über Arbeitszeiten, Einkommen und Lebensplanung entscheidet.

Wenn Betreuung zur Rechenaufgabe wird

Für Isabell Sacharek bedeutet das: Monat für Monat gehen mehrere hundert Euro für die Betreuung der Kinder drauf. Gleichzeitig wird sie als Fachkraft im sozialen Bereich dringend gebraucht. Der Spagat belastet sie. Auch, weil sie sich als Frau von der Politik nicht gesehen fühlt. Von Chancengleichheit für Frauen könne keine Rede sein, sagt sie.

Hohe Kita-Gebühren bedeuten für viele Frauen, dass sie zu Hause bleiben.

Bundesweite Baustelle: Kinderbetreuung

Bundesvibe blickt auch über Baden-Württemberg hinaus. Im hessischen Allendorf etwa muss Vater Denis Leimpek seinen Arbeitstag häufig um spontane Betreuungslücken herum organisieren. "Ich hole jetzt meine Kinder ab und hoffe, dass meine Frau rechtzeitig von der Arbeit kommt", sagt er. Erst dann könne er weiterarbeiten. Er arbeitet im Homeoffice, seine Frau im Kundenservice. Fällt die Kita-Betreuung aus, müsse die Familie improvisieren. Oft würden Freunde oder Bekannte einspringen. Sein Arbeitgeber zeige nur begrenztes Verständnis. Daniel wünscht sich verlässlichere Betreuung und mehr Flexibilität für berufstätige Eltern.

Wir sind auf dem besten Wege, kinderunfreundlich zu werden.

Auch in den Einrichtungen selbst wächst der Druck. In einer Kita in Neuss-Holzheim in NRW berichten Fachkräfte von Personalmangel und hoher Belastung. Die Reportage begleitet auch Katharina Georges, stellvertretende Leiterin der dortigen Kita. Sie berichtet, wie sehr sie für ihren Beruf brennt. Doch Personalmangel, hohe Bürokratie und Überlastung prägen ihren Alltag.

Man will den Kindern unbedingt gerecht werden, aber schafft es nicht. Dann gehe ich mit einem unguten Bauchgefühl nach Hause.

Bundesvibe zeigt, wie groß die Lücke zwischen Anspruch und Alltag für viele Familien und Einrichtungen bleibt. Für Isabell Sacharek ist die Lage weiterhin offen. Der Wunsch, wieder in den Beruf einzusteigen, ist da. Die Rechnung geht bislang nicht auf. Die neue Folge von Bundesvibe "Kita zu - was jetzt?" ist ab heute in der ARD-Mediathek zu sehen.

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Autor/in
Charlotte Schönberger
Charlotte Schönberger, Redakteurin und Reporterin beim SWR

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