Landesumweltministerin Thekla Walker (Grüne) hat am Freitag im Naturschutzgebiet Kugelmoos in Villingen-Schwenningen (Schwarzwald-Baar-Kreis) den neuen Klimafonds Baden-Württemberg vorgestellt. Dieser Fonds soll Unternehmen anregen, Klimaschutzprojekte im Land finanziell zu unterstützen.
Das Moorgebiet Kugelmoos steht beispielhaft für die Ziele des neuen Klimafonds. Vor Jahren wurde es trocken gelegt, jetzt soll es wieder bewässert werden. Denn im Moor wird nicht nur CO₂ gebunden, sondern auch die Artenvielfalt gefördert. Moore gelten als besonders effektive Kohlenstoffspeicher, die durch gezielte Renaturierung ihre Funktion als passive Klimaschützer zurückerlangen können. Das Projekt Kugelmoos hat 200.000 Euro aus dem neuen Klimafonds erhalten.
Dieser Klimafonds ist ein neues Instrument, das dafür sorgt, dass kleinere Projekte überall im Land realisiert werden können.
Unternehmen, die sich finanziell an solchen Projekten beteiligen, erhalten dafür sogenannte Naturprämien. Diese dienen als Nachweis für die Unternehmen und unterstreichen die finanzielle Unterstützung für den positiven Beitrag der Projekte zum Klimaschutz und zur Biodiversität. Im Gegensatz zu klassischen CO₂-Zertifikaten sind Naturprämien nicht handelbar, sondern dokumentieren das Engagement der Unternehmen für die Region.
Regionaler Ansatz für Biodiversität und Klimaschutz
Der Klimafonds wurde von der Klimaschutzstiftung Baden-Württemberg entwickelt. Ziel ist es, ein glaubwürdiges, regionales Klimaschutzsystem zu schaffen, das Wirtschaft und Naturschutz enger miteinander verknüpft. "Mit dem Klimafonds schaffen wir eine Plattform, die Unternehmen die Möglichkeit gibt, sich aktiv für den Schutz von Klima und Natur in ihrer Region einzusetzen. Das ist einzigartig in Deutschland", sagte Umweltministerin Walker in Villingen-Schwenningen.
Nachhaltigkeit der Klimafonds-Projekte ist sichergestellt
Die Projekte, die durch den Klimafonds gefördert werden, unterliegen strengen Prüfungen und langfristigen vertraglichen Bindungen. Im Falle des Schwenninger Kugelmoos' sind das beachtliche 80 Jahre. Das bedeutet, dass die Flächen, auf denen Maßnahmen umgesetzt werden, zum Beispiel nicht anderweitig genutzt werden dürfen. Dadurch wird sichergestellt, dass die positiven Effekte der Projekte nachhaltig bestehen bleiben.