Sieger und Verlierer der Landtagswahl 2026

Region Freiburg: CDU luchst Grünen sieben Direktmandate ab, AfD über 20 Prozent auf der Baar

Kehrtwenden bei den Direktmandaten in Südbaden. Die CDU gewinnt im Vergleich zu 2021 sieben Direktmandate, die Grünen verlieren sieben. Die AfD räumt auf der Baar ab.

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Von Autor/in Anita Westrup, Jasmin Weis, Clara Gehrunger

Südbaden hat gewählt: Die politische Landkarte hat sich neu sortiert. Die bestimmenden Farben sind zwar weiterhin grün-schwarz, doch es gibt auch blaue Felder. Die AfD räumt auf der Baar und im Wahlkreis Rottweil ab, die SPD verliert, Die Linke ist zweistellig, aber nur in Freiburg. Auch noch auffällig: Die Grünen verlieren in Südbaden sieben Direktmandate an die CDU - nur in den Wahlkreisen Lörrach sowie Freiburg I und Freiburg II konnten die Kandidierenden ihre Direktmandate verteidigen. Ein Überblick.

Freiburger Grünen-Direktkandidatinnen verteidigen ihren Platz im Landtag

Beide Direktkandidatinnen der Grünen gewinnen ihre Wahlkreise in Freiburg. Damit ziehen Daniela Evers und Nadyne Saint-Cast durch ihr Erststimmenergebnis in den Landtag ein. Die Region Freiburg ist für die Landtagswahl in zwei Wahlkreise aufgeteilt. Der Wahlkreis Freiburg I umfasst vor allem den Osten der Stadt sowie Teile der Landkreise Breisgau-Hochschwarzwald und Waldshut. Hier kann sich mit über 35 Prozent Daniela Evers von den Grünen durchsetzen.

Noch klarer gewinnt Nadyne Saint-Cast - mit über 37 Prozent - den Wahlkreis Freiburg II, der die westlichen Stadtteile einschließt und auch mehrere Gemeinden im Umland wie Gottenheim, March, Schallstadt und Umkirch.

Sie bleiben im BW-Landtag für die Grünen: Nadyne Saint-Cast (Freiburg II) und Daniela Evers (Freiburg I).
Sie bleiben im BW-Landtag für die Grünen: Nadyne Saint-Cast (Freiburg II) und Daniela Evers (Freiburg I). Leon Löffler

Im Wahlkreis Freiburg II erzielte Die Linke bei den Zweitstimmen ein beachtliches Ergebnis von 13,4 Prozent - rund 9 Prozentpunkte mehr als der Landesdurchschnitt von 4,4 Prozent (Stand: 8.3.26, 22:44 Uhr). Dennoch bleibt das Landesergebnis entscheidend und Die Linke scheitert an der Fünf-Prozent-Hürde. Die Freiburger Direktkandidatin der Linken, Sarah Schnitzler, zeigte sich im Interview mit dem SWR trotz des Ergebnisses gefasst.

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Wahlkreise Emmendingen und Breisgau: CDU gewinnt Direktmandate

In Emmendingen hat sich Stefanie Wernet (CDU) das Direktmandat mit 33,9 Prozent gesichert - und löst damit die Grünen ab, die das Mandat in den vergangenen zwei Legislaturperioden gewonnen hatten. Grünen-Kandidat Tonojan Rüdiger kam auf 26,4 Prozent. Bei den Zweitstimmen konnten sich dagegen die Grünen mit 32,9 Prozent von der CDU (28,7 Prozent) absetzen. Die AfD wurde mit 15,7 Prozent drittstärkste Kraft.

Im Breisgau gewann Patrick Rapp von der CDU mit 36,4 Prozent die meisten Erststimmen, gegen 29,9 Prozent für Anna Deparnay-Grunenberg (Grüne). Für die Landesliste der Grünen stimmten 34,4 Prozent der Wählerinnen und Wähler, 28,8 Prozent gaben ihre Zweitstimme der CDU. Die AfD kam auf 15 Prozent.

Ein Mann an einem Mikrofon zeigt mit beiden Fingern.
Patrick Rapp (CDU) gewinnt das Direktmandat im Wahlkreis Breisgau mit 36,4 Prozent. picture alliance/dpa | Bernd Weißbrod

Aus grün wird schwarz: Drei CDU-Direktmandate in der Ortenau

Kehrtwende auch in der Ortenau: Die CDU hat bei der Landtagswahl hier alle drei Direktmandate gewonnen. Vor fünf Jahren lagen noch jeweils die Grünen vorne. Die baden-württembergische Justizministerin Marion Gentges im Wahlkreis Lahr, Staatssekretär Volker Schebesta im Wahlkreis Offenburg und die eher unbekannte Katrin Merkel im Wahlkreis Kehl - sie alle haben für die CDU in ihren Wahlkreisen die meisten Stimmen geholt. Marion Gentges hat im Wahlkreis Lahr 39 Prozent der Stimmen bekommen, gefolgt von der grünen Staatssekretärin Sandra Boser und dem AfD-Mann Benjamin Rösch.

Im Wahlkreis Offenburg ist Volker Schebesta ebenfalls bei rund 39 Prozent der Stimmen gelandet, hinter ihm Maren Seifert von den Grünen und Taras Maygutiak von der AfD. Katrin Merkel hat im Wahlkreis Kehl für die CDU 34 Prozent geholt, gefolgt vom grünen Landtagsabgeordneten Bernd Mettenleitern und AfD-Mann Thomas Kinzinger.

Marion Gentges, Justizministerin
Die baden-württembergische Justizministerin Marion Gentges hat im Wahlkreis Lahr fast 40 Prozent der Stimmen geholt.

Die Linken-Politikerin Amelie Vollmer aus dem Wahlkreis Offenburg hat es nicht in den baden-württembergischen Landtag geschafft. Die 23-Jährige war als Spitzenkandidatin der Linken auf dem Listenplatz 2 ins Rennen gegangen.

0,1 Prozentpunkte entscheiden im Wahlkreis Lörrach: Grüne gewinnt

Im Wahlkreis Lörrach holt die grüne Landtagsabgeordnete Sarah Hagmann das Direktmandat (27,4 Prozent der Erststimmen) - mit einem Vorsprung von nur 106 Stimmen auf CDU-Kandidat Peter Schelshorn (27,3 Prozent), der nun Bürgermeister von Schönau bleibt. Es war eine Zitterpartie, weil das letzte der 248 Wahllokale, das Rathaus von Lörrach-Brombach, lange auf sich warten ließ und beide Kandidaten Kopf an Kopf lagen. Bei den Zweitstimmen liegen die Grünen mit 32,3 Prozent klar vor der CDU mit 26,0 Prozent, gefolgt von der AfD.

Die AfD kommt bei den Erst- und Zweitstimmen auf rund 18 Prozent. Die SPD erzielt sowohl bei den Erststimmen (12,3) als auch bei den Zweitstimmen (7 Prozent) ein besseres Ergebnis als im Landesschnitt. Der bisherige Lörracher SPD-Landtagsabgeordnete Jonas Hoffmann bedauert es, dass er dem Landtag künftig nicht mehr angehören wird. Die übrigen Parteien erreichen weniger als 5 Prozent.

In Lörrach gratulierte CDU-Kandidat Peter Schelshorn der gewählten Grünen-Landtagsabgeordnete Sarah Hagmann zum Direktmandat.
In Lörrach gratulierte CDU-Kandidat Peter Schelshorn der gewählten Grünen-Landtagsabgeordnete Sarah Hagmann zum Direktmandat. Matthias Zeller

Junger CDU-Kandidat punktet im Wahlkreis Waldshut

Der Wahlkreis Waldshut ist wieder in der Hand der CDU. Der 26 Jahre alte Wirtschaftsingenieur Simon Herzog gewinnt ein Drittel aller Stimmen und gewinnt das Direktmandat. In allen Gemeinden des Wahlkreises bekommt Herzog die meisten Erststimmen. Die CDU legt mit ihm um rund 12 Prozentpunkte zu. Auch bei den Zweitstimmen gewinnt die CDU – nur noch 6 der 23 Städte und Gemeinde im Wahlkreis Waldshut wählten mehrheitlich Grün. Darunter größere Städte wie Rheinfelden, aber auch ländliche Orte wie Dettighofen.

Die Verluste für Niklas Nüssle (Die Grünen) im Wahlkreis Waldshut sind bei den Erst- und Zweitstimmen deutlich: er verliert bei der Erststimme 13 Prozent. Entsprechend dem Landestrend verlieren SPD und FDP. Die deutlichsten Zuwächse gibt es bei der AfD. Matthias Jehle bekommt 21 Prozent der Erststimmen. Auch der Anteil der Zweitstimmen liegt im Wahlkreis Waldshut mit 21 Prozent über dem landesweiten Ergebnis.

Simon Herzog (CDU) holt das Direktmandat im Wahlkreis Waldshut bei der Landtagswahl BW 2026.
Simon Herzog (CDU) holt das Direktmandat im Wahlkreis Waldshut bei der Landtagswahl BW 2026. Petra Jehle

AfD verdoppelt in Rottweil und auf der Baar ihr Wahlergebnis

Auch in den Wahlkreisen Rottweil und Villingen-Schwenningen hat die CDU beide Direktmandate geholt: Im Wahlkreis Rottweil konnte Stefan Teufel mit 37,7 Prozent der Erststimmen sein Direktmandat verteidigen. Andreas Braun setzte sich im Wahlkreis Villingen-Schwenningen mit 32 Prozent der Erststimmen durch und löst damit die grüne Landtagsabgeordnete Martina Braun als Wahlkreissieger ab. 2021 gewann sie das Direktmandat noch deutlich. Die AfD konnte in den Wahlkreisen Rottweil und Villingen-Schwenningen ihre Zweitstimmen im Vergleich zur Landtagswahl 2021 auf rund 25 Prozent verdoppeln. In Rottweil wurde sie damit zweitstärkste Kraft, während sie in Villingen-Schwenningen den dritten Platz hinter den Grünen erreichte. Ein Direktmandat erhält die AfD nicht. Über die Landesliste ziehen die AfD-Politiker Emil Sänze aus dem Wahlkreis Rottweil und Martin Rothweiler und Sebastian van Ryt aus Villingen-Schwenningen in den Landtag ein.

Acht Grüne ziehen über Landesliste ein

Auch wenn die Grünen sieben ihrer Direktmandate in Südbaden an die CDU verloren haben: Sie alle ziehen über die Landesliste trotzdem in den Landtag ein. Auch Artur Eichin aus dem Wahlkreis Rottweil hat es geschafft. Er ist der erste Kandidat der Grünen aus dem Wahlkreis Rottweil, der in den Landtag einzieht. Bei der SPD schafft nur Viviane Sigg aus dem Landkreis Freiburg II den Sprung über die Liste in den Landtag. Bei der AfD sind es drei Kandidaten aus Südbaden.

Emil Sänze aus dem Wahlkreis Rottweil und Martin Rothweiler und Sebastian van Ryt aus dem Wahlkreis Villingen-Schwenningen. Nicht mehr im Landtag sind die beiden FDP-Abgeordneten aus Rottweil und Villingen-Schwenningen. Die Liberalen scheiterten landesweit an der 5-Prozent-Hürde. 

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