Am Mittwochvormittag sind mehrere Militärflieger der NATO über Südbaden gekreist: Die Boeing E-3 Sentry flog laut der Tracking-Plattform "Flightradar24" stundenlang in einem großen Kreis 16-mal über die Städte Freiburg, Villingen-Schwenningen, Lahr und Alpirsbach. Darüber berichtete der "Schwarzwälder Bote" zuerst. Vom NATO-Flugplatz in Geilenkirchen gestartet, flog die Maschine um kurz nach 8 Uhr zum ersten Mal über Freiburg, ehe sie gegen 12 Uhr weiter Richtung Norden flog.
Auch Kampfjets und ein Tankflugzeug in der Luft
Begleitet wurde die Maschine von amerikanischen Kampfjets des Typs F-16 und einem Tankflugzeug, so Patricia Colditz, Pressesprecherin der NATO, Airbase Geilenkirchen. Die Flieger seien kein Grund zur Beunruhigung, sondern Teil eines Trainings. Dass das Flugzeug dabei andauernd im Kreis flog, sei ganz normal: Das sei auch im Einsatz so, wenn der Flieger mittels Radar eine festgelegte Zone über längere Zeit kontrolliere - es könne schließlich nicht in der Luft stehen bleiben, so Colditz. Über dem Schwarzwald werden immer wieder solche Übungsflüge durchgeführt.
Flugzeuge werden zur Überwachung eingesetzt
Die Boeing E-3 Sentry wird vor allem dann eingesetzt, wenn Ortungssysteme am Boden an ihre Grenzen stoßen. Etwa, wenn ein größerer Luftraum überwacht werden soll, der sich hinter einem Berg oder einer großen Stadt befindet. Die Maschine ist mit dem sogenannten Frühwarnsystem "AWACS" ausgestattet. Die moderne Radartechnologie kann zum Beispiel Schiffe, Fahrzeuge oder Flugobjekte in einem Umkreis von mehreren Hundert Kilometern orten. Eingesetzt wird die Maschine an der NATO-Ostflanke, aber auch bei Großveranstaltungen. Die Flieger werden etwa bei Weltmeisterschaften oder Gipfeltreffen mit hochrangigen Politikern eingesetzt, sagt Patricia Colditz.
Teil der NATO-Übung: Betankung in der Luft
Die F-16-Kampfjets werden von der Boeing-Maschine koordiniert und sollen in Aktion treten, wenn das Radarsystem Auffälligkeiten oder eine Bedrohung feststellt. Geübt wurde auch die Betankung des Flugzeugs mitten in der Luft. Das kann bei besonders langen Einsätzen nötig werden, wenn eine Landung nicht möglich oder zu aufwendig wäre. Nach dem Rundflug über dem Schwarzwald flogen die Maschinen noch einige Runden nördlich von Offenburg. Die Boeing E-3 Sentry landete am Nachmittag wieder am Flugplatz in Geilenkirchen.