Im Münsterforum in der Freiburger Innenstadt haben sich die Sportlerinnen und Sportler in das Goldene Buch der Stadt eingetragen. Insgesamt holte das deutsche Team bei den Paralympischen Winterspielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo 17 Medaillen. Alle durch Athletinnen und Athleten des Olympiastützpunktes Freiburg-Schwarzwald. Rund 100 Gäste waren zu dem Empfang gekommen.
17 Medaillen mit Freiburger Bezug
Der Olympiastützpunkt Freiburg-Schwarzwald spielt eine zentrale Rolle beim deutschen Paralympics-Erfolg. Alle Medaillen wurden von Athletinnen und Athleten gewonnen, die regelmäßig am Stützpunkt trainieren oder dort betreut werden. Zwölf von ihnen leben und trainieren direkt in Freiburg.
Für den Nordic Paraski Bundestrainer Ralf Rombach ist das kein Zufall. „Der Olympiastützpunkt hat uns als Parasport vor vielen Jahren aufgenommen – das war nicht selbstverständlich,“ sagte Rombach dem SWR am Rande des Empfangs. Über Jahrzehnte habe sich in Freiburg eine starke Struktur entwickelt, von der die Athletinnen und Athleten heute profitieren.
Anna-Lena Forster erfolgreichste deutsche Athletin
Im Mittelpunkt der Ehrung stand Anna-Lena Forster. Mit zweimal Gold und einmal Silber war sie die erfolgreichste deutsche Athletin der Paralympischen Winterspiele.
„Ich bin auf jeden Fall super zufrieden, super stolz auf mich, dass ich meine Leistung bei so einem großen Ereignis dann auch auf den Punkt abrufen konnte“, sagte Forster. Besonders ihr Sieg im Riesenslalom war nicht selbstverständlich.
Das war früher eher eine ungeliebte Disziplin.
In den vergangenen Jahren habe sie sich dort aber deutlich gesteigert und sich in diesem Jahr erfolgreich gegen die starke internationale Konkurrenz durchgesetzt. Auch Rückschläge gehörten dazu: Im Slalom, ihrer Paradedisziplin, verpasste sie eine Medaille knapp. „Natürlich war die Enttäuschung erstmal groß“, so Forster beim Empfang in Freiburg. Der Olympiastützpunkt Freiburg-Schwarzwald ist für sie längst mehr als nur ein Trainingsort. Die in Radolfzell geborene Sportlerin bezeichnet Freiburg mittlerweile als zweite Heimat.
OB Horn: „Phänomenale Leistung“ und Appell für mehr Inklusion
Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn würdigte die Leistungen als „phänomenal“ und sprach von einem „riesigen Kompliment“ an das gesamte Team. Der Erfolg zeige, wie wichtig es sei, Barrieren abzubauen. Sport könne Menschen verbinden und zeigen, dass es sich lohnt, im Miteinander etwas zu erreichen. Auch knappe Entscheidungen und schwierige Bedingungen schmälerten die Leistung nicht, so Horn.
Neben den Athletinnen und Athleten trug sich unter anderem Bundestrainer Ralf Rombach und der Leiter des Olympiastützpunktes Freiburg-Schwarzwald, Jürgen Willrett, ins Goldene Buch der Stadt ein.
Zwischen Erfolgen und Herausforderungen
Für Bundestrainer Ralf Rombach fällt das Fazit insgesamt positiv aus: „Wenn ich über das Ganze blicke, dann überwiegt das lachende Auge.“ Mit etwas Abstand könne man sehr zufrieden sein. Gleichzeitig machte er deutlich, dass nicht alles optimal lief. Die Bedingungen bei den Spielen seien nicht immer fair gewesen.
Der Parasport lebt stark davon, dass die Bedingungen möglichst gleich sind.
Deshalb fordert Rombach eine Veränderung im Zeitplan. Sein Vorschlag: Die Paralympischen Winterspiele früher im Jahr auszutragen, um stabilere Winterbedingungen zu haben. Im März gebe es häufiger Ausreißer, die einzelne Athletinnen und Athleten benachteiligen könnten.