Gute Nachrichten aus den Staatswäldern zwischen Freiburg und Villingen (Schwarzwald-Baar-Kreis). Nach sieben Jahren mit Trockenheit und Borkenkäfer-Schäden geht es dem Wald in Südbaden endlich wieder besser. Das teilt der Forstbezirk Hochschwarzwald mit. Hauptgrund dafür ist die günstige Witterung im vergangenen Jahr.
Forstbezirksleiter Hans-Ulrich Hayn ist begeistert: „Wenn man hochschaut, die Kronen sind satt grün. Der Boden ist feucht und wir haben keine Schäden.“ Mit seinen Forstwirten will er in der Verschaufpause für den Wald den Umbau zu einem klimaresistenten Wald vorantreiben.
Kein Trockenstress, keine größeren Stürme
Der Forstbezirk Hochschwarzwald bekam den Angaben zufolge überdurchschnittlich viel Regen im vergangenen Jahr ab. Trotz hoher Temperaturen litten die Bäume kaum unter Trockenstress, so der Forstbetrieb Hochschwarzwald. Anders als in Nord- und Mitteldeutschland gab es hier keine Trockenphasen. Durch die gute Wasserversorgung konnte sich selbst die als anfällig geltende Fichte besser gegen den Borkenkäfer wehren. Mit dem Ergebnis: Von den gefällten Bäumen waren nur 15 Prozent beschädigt - so wenig wie seit 2014 nicht mehr.
Selbst die anfällige Fichte war so vital, dass sie Borkenkäferattacken besser widerstehen konnte, so dass dieser Schädling eine weit geringere Rolle als in den Vorjahren spielte.
Begehrtes Fichtenholz verkauft
Dank der besseren Witterungsbedingungen konnten die Forstwirte 2025 wieder mehr Fichtenholz gewinnbringend verkaufen. Durch den Borkenkäferbefall der vergangenen Jahre - unter anderem auch in den nördlichen Bundesländern - ist der Rohstoff knapp und teuer geworden.
Nadelholz war gefragt wie selten zuvor.
Wald für die Zukunft fit machen
Für die verbesserte Bilanz verantwortlich war neben dem Wetter auch der Umbau des Waldes, erklärt Forstbezirksleiter Hayn. Anstelle der gefällten Fichten sollen stabilere Holzarten treten, damit Mischwälder entstehen. Baumarten wie Douglasie, Eiche oder Tanne habe der Forstbezirk vergangenes Jahr bewusst geschont. Die positiven Effekte seien in allen Höhenlagen des Schwarzwaldes schon sichtbar, vom Tiefland bis in die Hochlagen, so Hayn. Mit jedem Jahr ohne Großschäden ließe sich der Umbau konsequent fortsetzen.
Der Forstbezirk setzt dabei auf Naturverjüngung. Das heißt, die Bäume wachsen natürlich, durch Samen die von benachbarten Bäumen herunterfallen. So wachsen ihre Wurzeln tiefer, als wenn Setzlinge eingepflanzt würden, erklärt Hayn. Die natürlich gewachsenen klimaresistenten Bäume werden von den Förstern vor Verbiss geschützt, hitzeanfällige Konkurrenten wie die Fichte werden gefällt. So soll ein Wald der Zukunft entstehen, der auch mit den Folgen des Klimawandels klar kommt.