Vor dem Strafgericht Basel-Landschaft im schweizerischen Muttenz hat am Montag ein 43-jähriger Mann gestanden, seine Frau im Februar 2024 getötet zu haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mord und Störung der Totenruhe vor. Die Verteidigung spricht von Notwehr.
Angeklagter soll Leiche der Ehefrau zerstückelt haben
Nach Überzeugung der Anklage soll der Mann die Tat bewusst und gezielt begangen haben. In der Anklageschrift wird auch beschrieben, wie der Mann die Leiche seiner Ehefrau in der Waschküche des gemeinsamen Hauses in Binningen (Kanton Basel-Landschaft) zerstückelt haben soll. Vor Gericht schilderte der 43-Jährige, seine Frau habe ihn damals im Trennungsstreit mit einem Messer angegriffen, weshalb er sie am Hals gepackt und versehentlich getötet habe.
Vor Gericht bat der Mann, der auch Vater der beiden gemeinsamen Kinder ist, seine Schwiegereltern und die Schwester seiner Frau um Verzeihung. Er bot den Hinterbliebenen eine Zahlung von 100.000 Schweizer Franken (rund 110.000 Euro) als Zeichen seiner Reue an.
Opfer war Kandidatin bei Miss-Schweiz-Wahl
Knapp 20 Journalistinnen und Journalisten verfolgten die Verhandlung per Live-Übertragung in einem Raum neben dem Gerichtssaal. Der Verteidiger des Angeklagten warf einigen Medien vor, seinen Mandaten vorverurteilt zu haben: Für viele sei schon klar, dass er der "Missen-Killer" sei.
Die Formulierung bezieht sich darauf, dass die getötete Frau Kandidatin für den Wettbewerb der Miss Schweiz gewesen war. Laut dem Schweizer Sender SRF hat die Zeitungsberichterstattung mit Details zur grausamen Tötung inzwischen zu einer Beschwerde beim Presserat geführt. Im Prozess um den mutmaßlichen Femizid sind sechs Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil wird am 13. Mai erwartet.