Freiburg hatte die erste öffentliche Ramadan-Festbeleuchtung am 17. Februar eingeweiht. Hunderte Menschen waren live dabei und feierten mit. Am Wochenende soll nun jemand mehrere Kabel der Lichtinstallation am Seepark durchtrennt haben, meldet die Polizei. Außerdem wurde ein Banner angebracht, das den feierlichen Schriftzug der Beleuchtung zeitweise verdeckte.
Fahndung blieb erfolglos
Ein Zeuge hatte den ersten Vorfall, das Durchtrennen der Kabel beim Betzenhauser Torplatz, am Samstagvormittag gemeldet, berichtet die Polizei. Eine umgehend eingeleitete Fahndung sei aber ergebnislos verlaufen.
Der zweite Vorfall ereignete sich offenbar am Sonntag. Eine Zeugin meldete ihn laut Polizei gegen 14.15 Uhr telefonisch. Dabei sollen laut Polizei drei Personen ein Banner an der Festbeleuchtung befestigt haben, sodass der Schriftzug der Beleuchtung überdeckt wurde. Die Personen filmten nach aktuellem Kenntnisstand die Tat.
Der Staatsschutz ermittelt
Das Banner, welches sich auf etwa sechs Meter Höhe befand, wurde von den Einsatzkräften sichergestellt. In beiden Fällen ermittelt nun die Staatsschutzabteilung der Polizei. Sie geht von politisch motivierten Taten aus.
Beleuchtung inzwischen repariert
Laut der Stadt Freiburg wurde die Ramadan-Beleuchtung am Montag direkt repariert und sollte in der Dämmerung wieder angeschaltet werden. Die Kosten der Reparatur dürften im niedrigen vierstelligen Bereich liegen, heißt es.
Die neue Beleuchtung am Seepark begrüßt Besucher mit dem Schriftzug "Happy Ramadan". Die Installation soll muslimisches Leben sichtbar machen und ein Zeichen für friedliches Miteinander setzen.
OB Horn verurteilt Angriffe als Versuch, zu spalten
Oberbürgermeister Martin Horn verurteilte die Beschädigung und Instrumentalisierung der Ramadan Beleuchtung aufs Schärfste. Solche Aktionen zielten darauf ab, zu spalten. Das werde man nicht zulassen. "Niemandem wird etwas genommen, wenn wir auch muslimischen Freiburgerinnen und Freiburgern ein Zeichen der Wertschätzung setzen. Wir stehen für Toleranz, Respekt und ein friedliches Miteinander - und lassen uns von Provokationen nicht von diesem Weg abbringen.“