Durch versprühtes Reizgas sind an einer Schule in Donaueschingen (Schwarzwald-Baar-Kreis) am Donnerstagmorgen rund 80 Schülerinnen und Schüler verletzt worden. Laut Polizei klagten sie über Atemwegsreizungen, nachdem in einem Biologiesaal Reizgas versprüht worden war. Zunächst hatte die Polizei von weniger Verletzten gesprochen. Sechs Schülerinnen und Schüler wurden zu weiteren Untersuchungen in ein Krankenhaus gebracht.
Der Notruf ging kurz vor 10 Uhr bei Polizei und Feuerwehr ein. Beide rückten mit einem Großaufgebot zum Fürstenberg-Gymnasium in Donaueschingen aus. Eine hohe zweistellige Zahl an Schülerinnen und Schülern musste vom Rettungsdienst vor Ort mit Atemwegsreizungen behandelt werden, so die Polizei.
Schülerinnen und Schüler retteten sich auf Balkon
57 Schülerinnen und Schüler hatten sich auf einen Balkon gerettet. Dort warteten sie, bis das Schulgebäude wieder freigegeben wurde. Die Feuerwehr Donaueschingen versorgte sie während dieser Zeit mit Mineralwasser, so Gerd Wimmer, Kommandant der Feuerwehr Donaueschingen.
Polizei vermutet Pfefferspray
Um welchen Stoff genau es sich handelt, sei noch immer unklar. Die Polizei geht aber von Pfefferspray aus.
Der Schulleiter hat sich noch am Mittag in einem Brief, der dem SWR vorliegt, an die Eltern gewandt. Darin schilderte er, dass das Gebäude evakuiert und eine Sammelstelle in der Baar-Sporthalle für die Betroffenen eingerichtet worden war.
Er stellte außerdem klar, dass bei einer Messung durch die Donaueschinger Feuerwehr im leeren Schulgebäude keinerlei Auffälligkeiten mehr feststellbar waren.
Vorbildliches Vorgehen der Schule
Nach dem Einsatz lobte Feuerwehrkommandant Wimmer den Einsatz und das Vorgehen der Schule als "sehr vorbildlich und gelungen". Die Schule hat außerdem ein Krisenteam eingerichtet und will in den kommenden Tagen das Ereignis mit den Schülerinnen und Schülern aufarbeiten. Der Schulbetrieb laufe morgen regulär.