Pünktlichkeit im Bahnverkehr

94 Prozent: Die Schweizer Bahn war 2025 noch pünktlicher als sonst

94,1 Prozent der Schweizer Züge waren im vergangenen Jahr pünktlich. Das ist selbst für die Schweiz ein neuer Rekord. Das größte Ärgernis: verspätete Züge aus Deutschland.

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Von Autor/in Thomas Hermanns

Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) haben im vergangenen Jahr einen neuen Rekord aufgestellt: 94,1 Prozent der Personenzüge erreichten ihr Ziel pünktlich. Damit konnte die SBB ihre Pünktlichkeit im Vergleich zum Vorjahr (93,2 Prozent) weiter verbessern.

Laut SBB funktionierte das, obwohl größere Baustellen wie die Streckensperrung Bern-Fribourg und Großveranstaltungen wie der Eurovision Song Contest in Basel und der Fußball-Europameisterschaft der Frauen herausfordernd waren. Der pünktlichste Tag der SBB war der 28. Dezember 2025: An diesem Sonntag kamen 98,6 Prozent der Züge in der Schweiz pünktlich an.

Probleme bei verspäteten Zügen aus dem Ausland

Wenn es zu Verzögerungen kam, lag das häufig an verspäteten Zügen aus Italien oder Deutschland. Die SBB schreibt, dass besonders die unzuverlässigen deutschen Verbindungen ein wiederkehrendes Problem seien.

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2025 kamen nur 60 Prozent der Züge im deutschen Fernverkehr pünktlich am Ziel an. Im Nahverkehr in Baden-Württemberg waren 2024 immerhin 88 Prozent der Züge pünktlich. Die Deutsche Bahn erlaubt sich dabei mehr Spielraum als die Schweizer bei der Definition von Pünktlichkeit. Als verspätet gilt in Deutschland ein Zug ab sechs Minuten. Bei der SBB tauchen die Züge schon ab drei Minuten in der Verspätungsliste auf.

Ersatzzüge sollen Pünktlichkeit an der Grenze erhöhen

Um Verspätungen aus dem Ausland zu minimieren, greift die SBB schon seit mehreren Jahren zu pragmatischen Maßnahmen: Züge aus Deutschland enden bei größerer Verspätung an der Grenze, und innerhalb der Schweiz kommen Ersatzzüge zum Einsatz. Dies soll verhindern, dass sich internationale Verspätungen negativ auf den Schweizer Fahrplan auswirken.

Was macht die Schweiz besser?
Ulrich Weidmann ist Professor für Verkehrssysteme an der ETH Zürich und Autor eines Bahngutachtens, das kürzlich erschienen ist. Mit ihm hat SWR Aktuell-Moderator Jonathan Hadem gesprochen:

Trotz der Probleme gibt es seit dem DB-Fahrplanwechsel Mitte Dezember mehr Zugverbindungen zwischen der Schweiz und Deutschland. Laut der Deutschen Bahn und der SBB fahren nun mehr als 50 Direktverbindungen pro Tag und Richtung zwischen beiden Ländern.

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