Politiker im Kanton Schaffhausen haben gefordert, die Zugverbindung zwischen Stuttgart und Zürich (Gäubahn) aufzuteilen. So sollten künftig von Stuttgart kommende Züge nur bis Singen (Kreis Konstanz) fahren und von dort neue Züge eingesetzt werden, die pünktlich abfahren.
Grund seien häufige Verspätungen und Zugausfälle auf deutscher Seite. Sie wirken sich auch auf die Verbindungen innerhalb der Schweiz aus. In einem offenen Brief an die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) werden die Kantonspolitiker deutlich. Sie schreiben, die Probleme sorgten "seit langem für Ärger und sind nicht mehr akzeptierbar".
Über dieses Thema berichtete die Sendung Dreiland Aktuell am 04.10.2025, 18 Uhr, in SWR Aktuell Baden-Württemberg:
Ärger unter Pendlern am Bahnhof Schaffhausen
Bahnreisende am Bahnhof Schaffhausen kennen diesen Frust: "Mit 30 Minuten Verspätung muss ich schon rechnen", sagt eine junge Frau. Und ein Mann bekennt: "Ich versuche die Deutsche Bahn zu vermeiden." Die Verbindung von Schaffhausen nach Zürich ist wichtig für alle, die tagtäglich pendeln.
Es darf nicht sein, dass die Fahrgäste im Inland von und nach Schaffhausen aufgrund von Ereignissen im Ausland auf einen verlässlichen Halbstundentakt verzichten müssen.
Die SBB hat im Juli in Schaffhausen einen Ersatzverkehr eingerichtet, für den Fall, dass Züge aus Deutschland zu spät sind oder ausfallen. Doch das habe noch nicht die gewünschte Wirkung gezeigt, räumt SBB-Sprecherin Sabrina Schellenberg ein: "Wir sind da dran. Es gibt leider keine schnelle Lösung. Aber wir hoffen, dass wir die Situation zum Fahrplanwechsel verbessern können."
Deutsche Bahn verspricht Verbesserungen
Auf Anfrage des SWR teilte die Deutsche Bahn (DB) mit, man arbeite gemeinsam mit den SBB an Verbesserungen. Als erste Maßnahme werde inzwischen ein IC-Reserve-Zug zwischen Schaffhausen und Zürich mit DB-Personal vorgehalten. Bei größeren Verspätungen bringe dieser Fahrgäste pünktlich nach Zürich. "Mögliche weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Pünktlichkeit vereinbaren DB und SBB in enger Abstimmung." Bis dahin bleibt es für Reisende in Schaffhausen wohl eine Geduldsprobe.