Im Kreis Waldshut hat es am Samstag gleich zwei offizielle Startsignale für den Ausbau von Bahnstrecken geben. Vertreter der Deutschen Bahn sowie Politikerinnen und Politiker aus Deutschland und der der Schweiz, darunter auch der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann (Die Grünen), kamen zum Spatenstich für die Elektrifizierung der Hochrheinbahn.
434 Millionen Euro für die Hochrheinbahn
2027 sollen die Zeiten der alten Dieselloks auf der Ost-West-Strecke zwischen Basel und Bodensee vorbei sein. Die Hochrheinbahn soll auf einer Streckenlänge von 75 Kilometern Oberleitungen bekommen. Die Bahn verspricht den Kunden mehr Komfort auf der Strecke zwischen Basel und Bodesee, aber auch deutlich mehr Verbindungen. Einige Gemeinden bekommen erstmals einen Haltepunkt, zudem werden bestehende Haltepunkte modernisiert und barrierefrei. 36 Bahnsteige müssen angepasst und umgebaut werden. Die geplanten Kosten belaufen sich auf 434 Millionen Euro.
Leiser, schneller, zuverlässiger
Das Ziel: Der Zugverkehr am Hochrhein soll klimafreundlicher und moderner werden. Zudem wird das Angebot auf der Strecke deutlich ausgebaut, verspricht Verkehrsminister Hermann. Der Waldshuter Landrat Martin Kistler (parteilos) sprach auf der Feier von einem Freudentag und einem immensen Qualitätsgewinn. Die Lörracher Landratin Marion Dammann (parteilos) betonte die Wichtigkeit des Projekts für die gesamte Region im Dreiländereck und für den Wirtschaftsstandort.
Das ist ein Quantensprung für Pendler und Freizeitreisende.
Schweizer planen Hochrhein-Bodensee-Expresslinie
Auch die Schweiz ist an dem Projekt beteiligt. Sie übernimmt 50 Millionen Euro der Kosten. Die Hochrheinbahn stellt eine Verbindung zwischen den Schweizer Städten Basel, Zürich, Schaffhausen und St. Gallen dar. Sie will auf der Strecke eine Hochrhein-Bodensee-Expresslinie einrichten. Langfristig plant die Schweiz zudem die Einbindung der Hochrheinbahn in ihr S-Bahn-Netz.
Damit rücken wir näher zusammen.
Die Zusammenarbeit bei diesem Projekt sei ein gutes und für die Region wichtiges Zeichen, sagte Esther Keller, Regierungsrätin des Kantons Basel-Stadt. Deutschland und die Schweiz würden näher zusammenrücken. Christa Hostettler, die Direktorin des Bundesamts für Verkehr Schweiz, bezeichnete die Elektrifizierung als technischen, ökologischen und wirtschaftlichen Meilenstein, der Menschen und Unternehmen in der Nord- und Ostschweiz näher zusammenbringe. Die Bahn werde zur echten Alternative und die Lebensqualität der Menschen verbessern.
Sperrung auf Hochrheinbahn ab 2026
Pendler und Bahnreisende brauchen allerdings erstmal viel Geduld: 13 Monate wird die Bahnstrecke zwischen Rheinfelden (Kreis Lörrach) und Erzingen (Kreis Waldshut) komplett für den Zugverkehr gesperrt. Die ersten Bauarbeiten haben bereits begonnen und finden in weiten Teilen bei laufendem Betrieb statt. Ab April 2026 wird die Strecke zwischen Rheinfelden und Erzingen komplett gesperrt. Bahnkunden müssen auf Schienenersatzbusse umsteigen. Im März 2027 soll der Abschitt Waldshut-Erzingen geöffnet werden. Vier Monate später auch der Abschnitt von Rheinfelden nach Waldshut.
Schrittweise wird die Wutachtalbahn reaktiviert
Am Samstagnachmittag gab es in Stühlingen (Kreis Waldshut) einen zweiten Spatenstich mit Winfried Herrmann. Die Wutachtalbahn zwischen Waldshut und Lauchringen (Kreis Waldshut) soll Schritt für Schritt reaktiviert und für den Personenverkehr ausgebaut werden. Geplant sind neue Haltepunkte und ein Kreuzungsbahnhof. Bis Ende 2027 soll es auf der Strecke einen Halbstundentakt geben. Die Bahnstrecke zwischen Waldshut und Stühlingen wurde 1976 weitgehend stillgelegt und danach vor allem als Zubringer für die historische Sauschwänzlebahn genutzt.