Risse an Hausfassaden

Wie eine neu verbaute Pumpe in Staufen die weitere Anhebung der Stadt verhindern soll

Nach einer missglückten Geothermie-Bohrung kämpft die Stadt Staufen im Breisgau weiter darum, das Anheben des Bodens zum Stoppen zu bringen. Nun wurde eine neue Pumpe installiert.

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Der Name des kleinen Städtchens Staufen (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) ist unmittelbar mit den dramatischen Folgen einer missglückten Geothermie-Bohrung vor 18 Jahren verbunden. Seitdem ziehen sich in der historischen Altstadt regelmäßig neue Risse durch die Fassaden der Häuser. Denn der Boden hat sich in den letzten Jahren immer weiter angehoben - an manchen Stellen um mehr als 70 Zentimeter.

Der Grund dafür ist, dass Wasser durch die Bohrung damals in höhere Erdschichten drang. Dort liegt das Mineral Anhydrit. In Verbindung mit Wasser quillt es auf und wird zu Zement. Die neue Pumpe ist die letzte Möglichkeit, diesen Prozess noch aufzuhalten.

Neue Pumpe ist leistungsfähiger als die vorherige

Die Stadt pumpt das Wasser ab, um den Grundwasserspiegel zu senken. Und das schon seit einigen Jahren - mit Erfolg. Der Boden hebt sich inzwischen nur noch sehr langsam, statt elf Millimeter pro Monat nun maximal nur einen Millimeter.

Die neue Pumpe ersetzt jetzt eine ältere und ist leistungsstärker: Sie kann das Wasser nun in 160 Metern Tiefe abpumpen. Auf ihr ruhen alle Hoffnungen. Das Ziel der Stadt ist, dass sich der Boden mittelfristig gar nicht mehr anhebt. Denn auch die geringen Hebungen des Bodens verursachen noch Risse an Hausfassaden.

In Staufen hatten bereits 270 Gebäude Risse

Die Schäden durch die Anhebung der Stadt verschlucken Millionenbeträge und verunsichern geschädigte Einwohnerinnen und Einwohner. "Wir kämpfen natürlich nach wie vor permanent gegen Veränderungen an den Gebäuden", sagt Michael Benitz. Regelmäßig müssten Risse behoben werden.

Fast 270 Gebäude waren insgesamt betroffen. Noch immer kommen neue Schäden dazu, auch wenn die alten Pumpen schon ganze Arbeit geleistet haben. Verglichen mit der Anfangszeit stehe Staufen inzwischen deutlich besser da, sagt, Michael Benitz.

Ein Mann steht vor einem Haus, das circa drei Meter lange Risse hat.
Staufens Bürgermeister Michael Benitz steht vor einem Haus, das tiefe Risse hat.

Von Anfang an musste er die Katastrophe bewerkstelligen. Als die Geothermie-Bohrung missglückte, war Michael Benitz bereits im Amt. Für ihn ist klar: Das Wasser müsse dauerhaft aufgehalten werden. Mit der neuen Pumpe könne der Grundwasserspiegel unter Umständen noch zehn Meter tiefer gehalten werden und damit noch weiter weg vom quellfähigen Bereich sein.

Wir müssen das Wasser von der quellfähigen Schicht fernhalten, sonst droht die Zerstörung Staufens.

So könnte mittelfristig endlich Ruhe einkehren, so die Hoffnung des Bürgermeisters. Er blickt bereits in die Zukunft und zum nächsten Projekt: Das frühere technische Rathaus mitten im Zentrum der Erhebungen soll bald abgerissen und an derselben Stelle aufgebaut werden - für Benitz ein Zeichen der Hoffnung und Zuversicht.

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Autor/in
Lukas Herzog
Lukas Herzog
Louise Schöneshöfer
Louise Schöneshöfer, Reporterin im SWR Studio Freiburg.

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