Bürgerbeteiligung endet

AKW Fessenheim: Widerstand gegen Anlage für radioaktive Metalle wächst

Das elsässische AKW Fessenheim soll bald abgerissen werden und einer Verwertungsanlage für radioaktive Metalle weichen. Der Plan sorgt auf beiden Seiten des Rheins für Widerstand.

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Von Autor/in Anita Westrup

Nach mehr als 40 Betriebsjahren ist das Atomkraftwerk Fessenheim 2020 stillgelegt worden. Die Debatte darüber kommt aber nicht zur Ruhe. Die zentrale Frage lautet: Was geschieht nach dem AKW-Abriss auf dem Gelände? Der französische Energiekonzern EDF plant, dort eine Recyclinganlage für radioaktive Metalle zu bauen. Diese Pläne stoßen auf Widerstand.

Recyclinganlage für bis zu 500.000 Tonnen Altmetalle

Es geht um eine Schmelzanlage für schwach radioaktiv belasteten Schrott. Laut Plänen ließen sich dort potenziell 500.000 Tonnen Metalle aus ganz Frankreich verwerten, darunter Dampferzeuger aus heimischen Atomkraftwerken. Der Bau des sogenannten Technocentre könnte 2027 beginnen, vier Jahre später, 2031, könnte die Anlage in Betrieb gehen.

Technocentre löst Skepsis und Widerstand aus

Zu dem umstrittenen Vorhaben hatte im Oktober eine öffentliche Bürgerbeteiligung (débat public) begonnen, die wegen der Grenznähe auch Deutschland betrifft. Was zu spüren ist: Der Widerstand wächst. "Die Gegner sind sehr stark", sagte der Präsident der unabhängigen Anhörungskommission, Jean-Louis Laure, der Deutschen Presse-Agentur am Rande einer Bürgerversammlung in der Elsass-Gemeinde.

Freiburgs Regierungspräsident mit Bedenken

Der Freiburger Regierungspräsident Carsten Gabbert hatte sich mit einer detaillierten schriftlichen Eingabe zu Wort gemeldet. Fessenheim habe Nachteile im Hinblick auf das Erdbebenrisiko im Oberrheingebiet und mögliche Überschwemmungen, teilte Gabbert mit. Es stelle sich auch die Frage, ob die Industrieanlage mit einem absehbar hohen Stromverbrauch überhaupt in die Region passe. Auf SWR-Anfrage ergänzte Gabbert, dass die vorgelegten Unterlagen zu den Plänen noch zu lückenhaft für eine abschließende Beurteilung seien.

Großprojekt wartet auf grünes Licht aus Frankreich

Entscheidungen zu dem Großprojekt werden letztlich in Frankreich getroffen. Für die eigentliche Genehmigung der Fabrik auf rund 15 Hektar Fläche sind noch mehrere Hürden zu nehmen. Nötig ist etwa eine Umweltgenehmigung. Für das Projekt sollen etwa 450 Millionen Euro fließen. EDF verspricht im sogenannten Technocentre 200 Arbeitsplätze.

Bericht nach Bürgerbeteiligung im Frühjahr erwartet

Die unabhängige Anhörungskommission sammelt die Eingaben und veröffentlicht dann im Frühjahr einen Bericht. Auch Bürger und Institutionen aus Deutschland können sich äußern. Die Befragung läuft noch bis Freitag nächster Woche (7. Februar). Von Bürgerinnen und Bürgern aus Deutschland gingen den Angaben zufolge zusammen 25 bis 30 E-Mails ein. "Wir wollen kein Technocentre" - so laute unisono der Tenor dieser Eingaben. Bei öffentlichen Versammlungen beteiligten sich Deutschsprachige allerdings nur wenig, wie der Präsident der unabhängigen Anhörungskommission berichtete.

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