Für Birgit S. aus Müllheim (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) endete der Sport-Urlaub auf Elba anders als erwartet. Nach ihrer Rückkehr fühlte sie sich krank, selbst Schmerztabletten halfen nicht. Heute weiß sie, woran es lag.
Ich war ja von Kopf bis Fuß total zerstochen. Selbst im Gesicht hatte ich überall Mückenstiche.
Als sich die Stiche entzündeten, habe sie sich dabei zuerst nichts gedacht. Kurze Zeit später kamen starke Kopf- und Augenschmerzen, Nackensteife und Übelkeit hinzu.
Diagnose in der Klinik: Hirnhautentzündung durch Toskana-Virus
Birgit S. suchte schließlich die Notaufnahme der Helios Klinik Müllheim auf. Dort stellten die behandelnden Ärzte eine Hirnhautentzündung fest. Nach zehn Tagen im Krankenhaus ging es der Müllheimerin langsam besser. Aber noch war unklar, woran Birgit S. überhaupt erkrankt war.
Der Italien-Urlaub war dann der entscheidende Hinweis. Spezielle Labortests lieferten drei Wochen später das Ergebnis: Birgit S. hatte sich mit dem Toskana-Virus infiziert.
Die Behandlung der Virus-Infektion ist langwierig, aber erfolgreich
Eine spezifische Therapie gegen das Virus gibt es nicht. Birgit S. wurde mit Antibiotika und anti-viralen Medikamenten behandelt. Trotz des schweren Verlaufs machte das Ärzteteam ihr Mut. "Das sind seltene Fälle und die Prognose ist auch in diesen seltenen Fällen gut", erklärt Björn Reuter. Er ist Oberarzt der Neurologie an der Helios Klinik Müllheim.
Meist bleibt eine Infektion mit dem Toskana-Virus symptomfrei oder verläuft wie eine Grippe. Für die Helios Klinik Müllheim war die Infektion von Birgit S. der erste Toskana-Virus-Fall, noch dazu ein besonders schwerer.
Gefahr durch Mückenstiche: Schutz auch in Europa wichtig
Das Toskana-Virus wird von Sandmücken übertragen. Diese Mückenart kommt vor allem in tropischen und subtropischen Gebieten vor. Sie ist aber auch im Mittelmeerraum verbreitet. Durch den Klimawandel ist eine steigende Verbreitung in nördlichen Breiten aber nicht unwahrscheinlich. Auch in Südbaden gebe es erste Anzeichen der Sandmücken, so Reuter.
Besonders wichtig sei daher, sich gut vor Insektenstichen zu schützen. Das gelte nicht nur für eine Reise in die Tropen, sondern auch für den Mittelmeerraum.
Mücken gehören weltweit betrachtet zu den gefährlichsten Tieren für den Menschen. Also viel gefährlicher als Haie oder Tiger.
Das Problem sei dabei nicht die Mücke selbst. Vielmehr seien die Krankheiten gefährlich, die sie überträgt. Weltweit sterben laut einer Umfrage der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jährlich über 700.000 Menschen an den Folgen von Mückenstichen.
Ich bin wirklich sehr dankbar, dass ich die Krankheit gut überstanden habe.
Inzwischen geht es Birgit S. wieder besser. Über Wochen litt sie unter den Folgen der Infektion. Ganz fit ist sie noch nicht, aber Treppensteigen und Stricken geht schon wieder. Auch zur Arbeit konnte sie bereits zurückkehren.