In einem privaten Damwildgehege in Kenzingen (Landkreis Emmendingen) ist vergangene Woche ein Reh von einer unbekannten Person getötet worden. Dem Tier wurde vermutlich aus kurzer Distanz mit einer Kleinkaliberwaffe in den Bauch geschossen. Laut Besitzer Thomas Ritter muss das Tier nach stundenlangem Leiden qualvoll verendet sein.
Die Tat soll sich zwischen dem 22. Oktober und dem 24. Oktober ereignet haben. Gefunden hat Ritter das Tier bei einer Kontrolle des drei Hektar großen Geheges, das in direkter Nähe zum Gasthaus von Thomas Ritter liegt. Dabei sei ihm aufgefallen, das eines der elf Tiere in ungewöhnlicher Haltung in der Nähe der Futterstelle lag. "Ich habe dann einen befreundeten Jäger dazugerufen, der mir bestätigt hat, dass das Tier durch einen Durchschuss am Bauch getötet wurde", erzählt Ritter.
Die Polizei sucht nach Zeugen
Bei der Begehung des Geländes bemerkte Ritter zudem Schäden am Zaun. Die alarmierte Polizei geht laut Ritter davon aus, dass mit einem Kleinkaliber aus kurzer Distanz auf das Tier geschossen worden sein muss. "Das kann kein Profi gewesen sein", sagt Ritter. Das Reh selbst wurde durch den Schuss nicht sofort getötet. Ritter geht davon aus, dass es bis zu 36 Stunden leiden musste und schließlich verendete. Polizeisprecher Michael Schorr bestätigt, dass das Tier schwerverletzt im Gehege zurückgelassen wurde. "Als das Tier am Samstag gefunden wurde, befand sich das Reh teilweise schon im verwesten Zustand."
Die Polizei ermittelt nun wegen des Verdachts der Jagdwilderei, wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Waffengesetz. Fälle von Wilderei gebe es laut Schorr in der Region immer mal wieder. In diesem Fall aber wurde das Tier am Tatort liegen gelassen. "Ein solcher Fall ist mir nicht bekannt", sagt Schorr. Familie Ritter aus Kenzingen ist erschüttert - sie hat über die sozialen Medien die Suche nach Hinweisen gestartet.