Ein sechsjähriges Mädchen soll in Rust im Ortenaukreis von einem Mann sexuell missbraucht worden sein. Wie die Polizei am Donnerstagvormittag mitteilte, passierte die Tat rund um das Erlebnisbad Rulantica des Europa-Parks.
Mädchen bei Suche nach Eltern aus Rulantica in einen Wald gelockt
Das Mädchen sei am Samstag mit ihren Eltern im Erlebnisbad Rulantica zu Besuch gewesen. Plötzlich habe die Sechsjährige ihre Eltern nicht mehr finden können. Ein fremder Mann habe dem Mädchen dann Hilfe bei der Suche angeboten und sie aus dem Bad gelockt, so die Polizei.
Zu Fuß seien die beiden gegen 20:20 Uhr in den angrenzenden Wald gelaufen. Dort habe der Mann die Sechsjährige aufgefordert, sexuelle Handlungen an ihm durchzuführen. Danach habe er sie allein im Wald zurückgelassen.
Geschäftsführerin des Kinderschutzbundes BW gibt Tipps Kind aus Europa-Park gelockt und im Wald missbraucht: So können Eltern ihre Kinder schützen
Ein Mann soll ein Mädchen aus dem Erlebnisbad Rulantica im Ortenaukreis gelockt und im Wald missbraucht haben. Was können Eltern tun, damit ihr Kind nicht mit Fremden mitgeht?
Zeuge entdeckt Mädchen fünf Kilometer von Schwimmbad Rulantica entfernt
Gegen 22:20 Uhr habe ein Zeuge das Mädchen dann fünf Kilometer vom Schwimmbad entfernt, im Nachbarort Grafenhausen, aufgegriffen und die Polizei gerufen. Die Sechsjährige habe lediglich ihre Badeschuhe und ihren Bikini angehabt. "Sie ist nach dem schrecklichen Vorfall dann noch allein durch den dunklen Wald geirrt", so ein Sprecher des Polizeipräsidiums Offenburg.
Das Mädchen sei mit großer Wahrscheinlichkeit traumatisiert. Äußerlich habe die Polizei keine größeren Verletzungen festgestellt. "Es waren minimale oberflächliche Kratzer, die auch aus dem Wald herrühren können", so der Sprecher. Außerdem gebe es bislang keine Anhaltspunkte dafür, dass das Mädchen vergewaltigt worden sei.
Die Polizei hat nach eigenen Angaben Bild- und Videomaterial des Europa-Parks ausgewertet und konnte einen Tatverdächtigen ausmachen. Die Staatsanwaltschaft Freiburg erließ einen Haftbefehl wegen Verdachts des sexuellen Missbrauchs eines Kindes. Nach dem Verdächtigen werde auch international gefahndet, so die Polizei. Aktuellen Erkenntnissen zufolge könnte sich der Mann in sein Herkunftsland, nach Rumänien, abgesetzt haben. Er sei bereits wegen Diebstahls und Erschleichen von Leistungen polizeibekannt.
Nach Tat rund um Freizeitbad im Europa-Park: 31-jähriger Verdächtiger hat sich wohl ins Ausland abgesetzt
Bei der Durchsuchung der Wohnung des Tatverdächtigen fanden die Beamten am Dienstagnachmittag laut Mitteilung Kleidungsstücke, die der 31-Jährige zum Tatzeitpunkt getragen haben könnte. Der Mann selbst habe sich nicht in seiner Wohnung befunden. Ebenso sei sein Reisepass nicht auffindbar.
Nach Angaben der Polizei soll der Tatverdächtige eine schlanke Statur und schwarze kurze Haare haben. Außerdem habe er zur Tatzeit einen Vollbart getragen haben. Es sei allerdings nicht auszuschließen, dass der Tatverdächtige sein Aussehen verändern werde. Er wohne in der Region, heißt es von der Polizei.
Polizei sucht Zeugen nach Vorfall beim Rulantica - Europa-Park stellt Videomaterial zur Verfügung
Die Ermittler der Kriminalpolizei bitten zur Rekonstruktion des Laufwegs zum mutmaßlichen Tatort mögliche Zeugen, sich unter der Rufnummer 0781 21-2820 zu melden. Hinweisgeber, die am Samstagabend zwischen 20:20 Uhr und 22:20 Uhr im Bereich des Erlebnisbads Rulantica und des Baggersees Grafenhausen verdächtige Personen in Begleitung eines Mädchens beobachtet haben, werden um Kontaktaufnahme gebeten.
Der Europa-Park zeigt sich auf SWR-Nachfrage betroffen und teilte mit: "Durch das der Polizei zur Verfügung gestellte Videomaterial konnte letztendlich ein Verdächtigter identifiziert werden." Außerdem seien alle 700 Mitarbeitenden im Erlebnisbad Rulantica zu dem Thema sehr sensibilisiert.