Die Stadt St. Blasien hat für das Radonbad in Menzenschwand (Kreis Waldshut) einen Kaufinteressenten gefunden. Die Oswald-Matt-Group aus Höchenschwand will das Bad für die Öffentlichkeit erhalten, ausbauen und um Übernachtungsmöglichkeiten ergänzen. Bürgermeister Adrian Probst spricht von einem "Sechser im Lotto mit Zusatzzahl".
Investor plant Ausbau des Radonbades mit Übernachtungen
Oswald Matt, Geschäftsführer der gleichnamigen, familiengeführten Unternehmensgruppe, will das Revitalbad langfristig für die Region sichern. Das Bad sei überregional bekannt und biete sowohl für die Bevölkerung als auch für den Tourismus großes Potenzial, sagt Matt.
Der bestehende Sauna-, Bade- und Therapiebereich soll erhalten bleiben. Gleichzeitig plant der Investor, das Angebot zu erweitern. Vorgesehen sind unter anderem Yoga-Kurse sowie neue Gesundheits- und Entspannungskonzepte wie "Pravilo", eine Form des Ganzkörper-Stretchings zur Förderung von Beweglichkeit und Regeneration.
Das Radonbad soll kein Erlebnisbad werden. Der Fokus wird auch künftig auf Ruhe und Erholung liegen.
Zusätzlich prüft die Unternehmensgruppe, das Bad um ein weiteres Becken zu ergänzen. In einem ersten Schritt sollen außerdem rund fünf Tiny Houses auf dem Gelände entstehen, um Übernachtungen für Gäste zu ermöglichen.
Wiedereröffnung des Radonbades im Sommer geplant
Das ehemalige Radonbad könnte bereits im kommenden Sommer wieder öffnen. Auf ein konkretes Datum möchte sich Oswald Matt noch nicht festlegen. Derzeit werde der Kaufvertrag zwischen der Stadt St. Blasien und der Oswald-Matt-Group ausgearbeitet, erklärt Bürgermeister Adrian Probst.
Wir haben unsere Zielsetzung übertroffen. Das ist wie ein Sechser im Lotto mit Zusatzzahl.
Der Vertrag sieht eine Nutzungsbindung von zehn Jahren vor. Damit soll eine langfristige und wirtschaftlich tragfähige Nutzung mit touristischem Mehrwert sichergestellt werden. Bei einem Vertragsbruch würde das Gelände an die Stadt zurückfallen. Der Gemeinderat will im Januar abschließend über das Vorhaben beraten.
Radonbad belastete städtischen Haushalt mit 650.000 Euro jährlich
Vor der Stilllegung im Herbst dieses Jahres hatte das Radonbad den städtischen Haushalt jährlich mit rund 650.000 Euro belastet. Angesichts der angespannten Finanzlage sei ein Weiterbetrieb in kommunaler Trägerschaft nicht mehr möglich gewesen, so Bürgermeister Probst.
Die Stadt hatte deshalb ein Markterkundungsverfahren gestartet. Insgesamt gingen sieben Kaufkonzepte bei der Verwaltung ein. Drei erfüllten die grundlegenden Vorgaben des Gemeinderats, das Konzept der Oswald-Matt-Group überzeugte nach Angaben der Stadt sowohl inhaltlich als auch finanziell.