Verkehrssicherheit im Raum Offenburg

Gefährliche Trendwende: Polizei warnt vor getunten E-Scootern in der Ortenau

In der Ortenau nehmen E-Scooter-Unfälle deutlich zu. Viele Fahrzeuge sind getunt und zu schnell unterwegs, was wegen kleiner Räder und schlechten Bremsen gefährlich ist. Die Polizei reagiert mit Kontrollen.

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Von Autor/in Jessica Hans

Schon um 7:00 Uhr am Mittwochmorgen kontrollieren Polizeibeamte vom Verkehrsdienst an einer der Hauptverkehrsstraßen in Offenburg Zweiräder, darunter normale Fahrräder, E-Bikes, Pedelecs, aber auch E Scooter. Denn: In in der Ortenau gab es in der ersten Jahreshälfte mehr Zweiradunfälle. Vor allem aber haben sich die E-Scooterunfälle im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt.

Etwa 100 Fahrrad-m Pedelec, und E-Scooterfahrer kontrollierte die Polizei allein am Morgen des Zweiradaktionstages am Offenburger Stadtbuckel.
Etwa 100 Fahrrad-, Pedelec, und E-Scooterfahrer kontrollierte die Polizei allein am Morgen des Zweiradaktionstages am Offenburger Stadtbuckel. Jessica Hans

Fast doppelt so viele E-Scooter-Unfälle

Die Polizei registrierte mit 122 E-Scooter-Unfällen 87,7 Prozent mehr als im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres. Den Beamten zufolge liege das zum einen daran, dass mehr Fahrzeuge unterwegs seien. Zudem seien viele E-Scooter getunt und führen dadurch um einiges schneller als sie dürfen. "Durch die kleinen Räder wird das bei Unebenheiten oder an Bordsteinen schnell gefährlich", erklärt Benjamin Schwiegershausen von der Verkehrspolizeiinspektion.

Er und seine Kollegen haben allein am Morgen in Offenburg etwa 100 Räder kontrolliert. Schwere Verstöße gab es in den ersten Stunden nicht. "Ein paar Fahrradfahrer sind über Rot gefahren und es gab einen Pkw-Fahrer, der mit dem Handy während der Fahrt hantiert hat", sagt Schwiegershausen. Ansonsten seien an diesem Morgen alle regelkonform unterwegs gewesen.

Polizei warnt vor Manipulationen

Laut Polizeidirektor Martin Plate seien Offenburg und Lahr in der Ortenau die beiden E-Scooter-Hotspots. Hier gebe es auch die meisten Unfälle.

Neben der Unfallentwicklung beschäftigt die Polizei auch das sogenannte Tuning von elektrisch betriebenen Zweirädern. Durch technische Veränderungen können beispielsweise Pedelecs oder E-Scooter durch Software-Manipulation unerlaubt schneller oder leistungsstärker gemacht werden. "Teilweise fahren die E-Scooter mit 40 km/h, obwohl die Bremsen dafür nicht ausgelegt sind", so ein Sprecher der Polizei Offenburg. Mit einer so hohen Geschwindigkeit über Unebenheiten oder Bordsteine zu fahren sei aufgrund der kleinen Räder sehr gefährlich.

Polizei setzt auf Kontrollen und Prävention

Die Polizei sieht angesichts der Entwicklung weiteren Handlungsbedarf bei Kontrollen und Prävention. Auch das Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum spiele dabei eine Rolle. Denn die meisten Unfälle verursachten die Zweiradfahrer laut Polizeidirektor Martin Plate selbst. Durch zu hohe Geschwindigkeiten, unvorsichtiges Fahren oder Alkoholkonsum.

Im Laufe des Tages sollen im gesamten Präsidiumsbereich noch weitere gezielte Kontrollen stattfinden. Dabei wollen die Beamten nicht nur kontrollieren, sondern auch über Gefahren und richtiges Verhalten im Straßenverkehr informieren.

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