Nach mehreren Brandanschlägen in Leibertingen (Kreis Sigmaringen) ist Anklage gegen einen 22 Jahre alten Mann erhoben worden. Das Staatsschutzzentrum bei der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart wirft ihm vor, im vergangenen Oktober aus extremistischen Gründen Anschläge auf ein Auto, ein Wohnhaus sowie auf Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei verübt zu haben.
Die Anklage lautet unter anderem auf versuchten Mord in Tateinheit mit versuchter schwerer Brandstiftung. Das Landgericht Hechingen wird sich nach eigenen Angaben ab dem 30. März an mit dem Fall befassen. Ein Urteil ist bislang für Mitte April geplant.
Molotow-Cocktails gegen Polizisten und Feuerwehrmänner
Der Mann soll in der Nacht zum 23. Oktober mit selbst gebauten Molotow-Cocktails zunächst ein Auto angezündet haben. Dann soll er durch einen gezielten Wurf auf ein Fenster im Erdgeschoss eines Gebäudes versucht haben, ein Wohnhaus in Brand zu setzen. "Dabei soll er auch den Tod der schlafenden Bewohner billigend in Kauf genommen haben", teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit.
Außerdem soll er in Tötungsabsicht einen Molotow-Cocktail in Richtung einer alarmierten Streifenwagen-Besatzung und von zwei Feuerwehrmännern geworfen haben. Auch Fahrzeuge habe der 22-Jährige beschädigt, als er auf ihnen und auf einem Gebäude Schriftzüge wie beispielsweise "FCK NZS" und "AFA 161 Area" angebracht habe.
Mann soll ein Einzeltäter gewesen sein
Der Angeklagte habe als Einzeltäter mutmaßlich aus politischer Motivation heraus gehandelt, erklärte das Staatsschutzzentrum in einer Mitteilung. Er habe sich als Teil einer "linken-antifaschistischen" Szene verstanden. Anhaltspunkte für eine Vernetzung mit anderen Personen gebe es nicht. Der Angeklagte sitzt nach wie vor in Untersuchungshaft.