Das Hauptzollamt Ulm hat vergangenes Jahr rund 180 Fahrzeuge aller Art gestoppt, die Schmuggler illegal über die Grenze nach Deutschland bringen wollten. Den Großteil entdeckten die Beamten auf der Autobahn 96 bei Lindau.
Von den insgesamt 184 Fahrzeugen stoppte der Zoll allein 171 im Bereich der A96. Im Schnitt werde also ungefährt jeden zweiten Tag ein Fahrzeug geschmuggelt, so das Zollamt - darunter Oldtimer, Motorräder, Traktoren und Luxusfahrzeuge.
Nicht verzollte Autos: Wer erwischt wird, muss vor Ort nachzahlen
Meist kommen die Fahrzeuge aus der Schweiz: Vergangenen Dezember hatten die Beamten zum Beispiel einen Ferrari auf einem Anhänger untersucht. Dem Zoll zufolge hatte das Auto ein 59-Jähriger in der Schweiz gekauft und nicht verzollt. Nachdem er gut 12.000 Euro Einfuhrabgaben sowie 5.000 Euro Strafsicherheit gezahlt hatte, durfte er weiter. Er muss sich vermutlich aber wegen Steuerhinterziehung verantworten.
Dass der Autoschmuggel für den Zoll auch in diesem Jahr auf der Tagesordnung steht, zeigt ein aktueller Fall: Kürzlich stoppten Zöllner auf der A96 bei Lindau einen Aston Martin Vantage V8 mit Schweizer Zulassung. Die erforderliche Anmeldung hatte der Fahrer nicht erledigt, heißt es in einer Mitteilung des Hauptzollamts. Die Beamten beschlagnahmten das Auto, weil der Mann Zoll und Einfuhrumsatzsteuer in Höhe von rund 23.000 Euro nicht vor Ort zahlen konnte.
Aber nicht nur auf der A96 treffen die Zollbeamte auf Autoschmuggler. Im Juli 2025 beschlagnahmten sie auf der A8 bei Ulm einen Lamborghini im Wert von rund 120.000 Euro. In diesem Fall stellte der Zoll das Auto sicher, da der Fahrer die Einfuhrabgaben von rund 25.500 Euro und eine Strafsicherheit in Höhe von 9.600 Euro vor Ort nicht bezahlen konnte.
Bei der Einfuhr aus Nicht-EU-Staaten fallen Zoll und Steuer an
Insgesamt haben die Beamten des Ulmer Hauptzollamts 2025 Fahrzeuge im Wert von 350.000 Euro nachverzollt. Rund ein Viertel der Fälle ahndeten die Beamten mit Geldstrafen von zusammengenommen 40.000 Euro. Der Rest befinde sich noch im Ermittlungsverfahren.
Bei der Einfuhr von Autos aus einem Nicht-EU-Staat fallen zehn Prozent Zoll und 19 Prozent Einfuhrumsatzsteuer an. Wer nicht zahlt, wird automatisch zum Schmuggler.