Die Polizei im Kreis Ravensburg hat jüngst in zwei Fällen von Schockanrufen Tatverdächtige festgenommen. Die Warnungen davor scheinen Wirkung zu zeigen, heißt es. Immer öfter würden die Opfer solcher Anrufe die Polizei alarmieren und für deren Festnahme sorgen.
Ravensburger Senior bemerkt den Betrugsversuch
Dem Präsidenten des Polizeipräsidiums Ravensburg, Uwe Stürmer, zufolge hatte ein 78 Jahre alter Mann aus Ravensburg einen Anruf erhalten. Seine Tochter sei in einen Unfall verwickelt und müsse eine Sicherheitsleistung von 100.000 Euro bezahlen, um nicht in Haft zu kommen, hieß es am Telefon. Doch der Senior bemerkte den Betrugsversuch.
Der Mann habe parallel bei der Polizei angerufen und den Preis auf 10.000 Euro heruntergehandelt, so Uwe Stürmer. Zudem habe er vorgegeben, er habe das Geld im Haus. Man könne es abholen. Als der Abholer ums Haus schlich, griff die Polizei zu und nahm den 22 Jahre alten Mann fest. Er sitzt in Haft.
Verwandte schützen Seniorin vor Betrug
Einen weiteren Erfolg gab es Mitte Februar: Nach einem Schockanruf in einer Teilgemeinde von Schlier (Kreis Ravensburg) haben Beamte des Polizeireviers Ravensburg einen 39 Jahre alten Tatverdächtigen festgenommen. Eine 69-Jährige wurde am Dienstag telefonisch von Betrügern kontaktiert und schenkte den Ausführungen der Täter zunächst Glauben.
Sie spielten der Frau mit der bekannten Masche vor, dass ein naher Angehöriger einen schweren Verkehrsunfall verursacht habe und nun eine sechsstellige Kaution fällig sei. Als ein Verwandter dies erfuhr, verständigte er die Polizei. Bei einer unmittelbar eingeleiteten Fahndung nahm die Polizei den 39-Jährigen fest.
Betrüger verursachen Schaden von rund 820.000 Euro
Ein toller Erfolg, so Polizeipräsident Stürmer: "Alte Leute in so eine psychische Zwangslage und Ausnahmesituation zu bringen, ist ein ganz mieses, perfides Verbrechen. Und wir freuen uns über jeden Fall, der misslingt." Obwohl die meisten angezeigten Taten dank der Aufklärungsarbeit der Polizei beim Versuch blieben, führen Einzelfälle aber immer wieder zum Erfolg, heißt es von der Polizei in Ravensburg. Im Zuständigkeitsbereich des Präsidiums verursachten die Täter im vergangenen Jahr einen Vermögensschaden von rund 820.000 Euro.