Die Handwerkskammer Konstanz hat in ihrem Kammerbezirk fünf junge Talente aus Radolfzell am Bodensee ausgezeichnet. Sie belegten bei den Handwerksmeisterschaften jeweils den ersten Platz in ihren Berufen wie Fliesenleger oder Zahntechnikerin. Ihre ausgezeichneten Leistungen in ihrem Beruf konnten einige der jungen Handwerker auch auf Landes- und Bundesebene bestätigen.
Begeisterung für das Handwerk schon seit der Kindheit
Einer der Sieger im Bezirk der Handwerkskammer Konstanz ist Noah Jeworutzki. Er hatte sich mit seinen praktischen Leistungen auch für Wettbewerbe auf Landes- und Bundesebene qualifiziert. Als Fliesenleger ist er dieses Jahr bei der "Deutschen Meisterschaft im Handwerk" Landessieger geworden und hat auf Bundesebene den vierten Platz belegt.
Seine Begeisterung für das Handwerk hatte er von klein auf. Er beschreibt es selbst als "Drang, etwas zu schaffen". Noah Jeworutzki hat sich für den Beruf des Fliesen-, Platten- und Mosaiklegers entschieden, um so anderen "ihre Lebensträume" zu erfüllen. Sein persönliches Highlight sei es, am Ende des Tages auf sein geschaffenes Werk zu blicken.
Ich wollte was mit meinen Händen schaffen und unseren Lebensraum verschönern.
Ebenfalls auf Landesebene beeindrucken konnte Kammersiegerin Katharina Westphal aus Radolfzell - dort landet sie auf Platz drei. Sie hat ihre Ausbildung als Zahntechnikerin erfolgreich abgeschlossen und wurde von ihrem Ausbildungsbetrieb übernommen. An ihrem Beruf gefällt ihr besonders die Arbeit mit den Händen, sie beschreibt es als "Basteln für Erwachsene". Außerdem mag sie die Abwechslung zwischen der Arbeit mit verschiedenen Materialien und am Computer. Besonders glücklich macht sie, wenn sie Menschen das Selbstbewusstsein zum Lächeln wieder geben kann.
Wie war der Weg zum Handwerksberuf?
Zum Handwerk sind die beiden jungen Leute auf verschiedene Art und Weise gekommen. Noah Jeworutzki wollte nie einen Bürojob. Für ihn war schnell klar, dass es ins Handwerk geht. Mithilfe eines Freundes kam er auf den Beruf des Fliesen-, Platten- und Mosaiklegers.
Katharina Westphal hingegen war sich nach der Schule eher unsicher, wohin es für sie gehen sollte. Nach einer Berufsberatung und verschiedenen Praktika fand sie letztlich auch zum Handwerk und zum Beruf der Zahntechnikerin.
Um mehr Jugendliche für das Handwerk zu begeistern, seien Information und Beratung entscheidend, sagt Emanuel Flierl, Wirtschaftsförderer der Stadt Radolfzell. Besonders nach der Schule sollten Jugendliche über ihre Möglichkeiten im Handwerk aufgeklärt werden. Außerdem müsse man das Wohnraumangebot für Azubis verbessern. So könnte etwa auch der Wirtschaftsstandort Radolfzell profitieren. Besonders freut sich Flierl darüber, dass fünf ausgezeichnete Handwerkstalente aus Radolfzeller Betrieben kommen.
Wieder mehr Zulauf junger Leute zum Handwerk
Junge, gut ausgebildete Handwerker sind in Zeiten des Fachkräftemangels gesucht. Allein im Bereich der Handwerkskammern Konstanz und Ulm sind eigenen Angaben zufolge derzeit mehrere hundert Ausbildungsstellen nicht besetzt. Dennoch haben im September in Konstanz 3,5 Prozent und in Ulm 4,0 Prozent mehr junge Menschen eine Ausbildung begonnen als im Vorjahr.