Er bedroht laut Landwirtschaftsministerium mehrere Fischarten im Bodensee: der Kormoran. Die Politik sucht schon lange eine Möglichkeit, die Bestände des Fischfressers zu dezimieren. Für das sogenannte Kormoranmanagement wird jetzt eine Methode mit einer Drohne ausprobiert. Ein erster Testflug am Bodensee war nach Angaben des baden-württembergischen Landwirtschaftsministeriums erfolgreich.
Im Einsatz war eine spezielle Agrardrohne mit einem rund fünf Meter langen Karbon-Auslegearm. Damit flog die Drohne in eine Kormorankolonie im Naturschutzgebiet Halbinsel Mettnau (Kreis Konstanz) am Untersee und besprühte Eier mit Öl. Das Öl soll die Entwicklung der Eier stoppen und so den Bruterfolg der Kormorane eindämmen.
Ministerium: Drohne stört andere Vogelarten nicht
Der baden-württembergische Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) spricht nach dem ersten Drohnentestflug von einem Erfolg. Insgesamt wurden vier Nester auf unterschiedlichen Bäumen in rund 15 Minuten Flugzeit besprüht. Die Kormorane verließen das Nest erst, als die Drohne nah an das Nest herangekommen war. Unmittelbar nach dem Drohnenflug kehrten die Vögel in ihre Nester zurück. Andere Vogelarten wie beispielsweise Höckerschwan und Mittelmeermöwe seien bei dem Drohneneinsatz kaum beunruhigt gewesen, heißt es vom Ministerium.
In den kommenden Wochen sollen die Ergebnisse untersucht und mit dem projektbegleitenden Expertenkreis besprochen werden. Dem Expertenkreis gehören laut Ministerium Vertreterinnen und Vertreter des behördlichen und privaten Naturschutzes, der Fischerei und der Jagd an. Danach werde entschieden, wie es mit dem Projekt weitergehe. So könnten etwa weitere Drohnenflüge in größeren Kormorankolonien geplant werden. Durch das Projekt zur Eindämmung des Kormorans sollen laut Ministerium besonders gefährdete sogenannte Fokus-Fischarten geschützt werden. Dazu zählen Äsche, Nase, Strömer, Bitterling, Groppe und Bachneunauge. Die Maßnahme ist Teil eines EU-Projekts zum Fischartenschutz. Dafür stellt die Europäische Union 900.000 Euro bereit.