Erster Testflug laut Ministerium erfolgreich

Kampf gegen Kormorane: Mit Drohnen den Fischbestand im Bodensee retten

Erstmals wurden am Bodensee Drohnen eingesetzt, um den Bestand von Kormoranen einzudämmen. Dafür wurden die Eier in den Nestern mit Öl besprüht. Ziel ist es, bedrohte Fischarten besser zu schützen.

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Von Autor/in Moritz Kluthe

Er bedroht laut Landwirtschaftsministerium mehrere Fischarten im Bodensee: der Kormoran. Die Politik sucht schon lange eine Möglichkeit, die Bestände des Fischfressers zu dezimieren. Für das sogenannte Kormoranmanagement wird jetzt eine Methode mit einer Drohne ausprobiert. Ein erster Testflug am Bodensee war nach Angaben des baden-württembergischen Landwirtschaftsministeriums erfolgreich.

Im Einsatz war eine spezielle Agrardrohne mit einem rund fünf Meter langen Karbon-Auslegearm. Damit flog die Drohne in eine Kormorankolonie im Naturschutzgebiet Halbinsel Mettnau (Kreis Konstanz) am Untersee und besprühte Eier mit Öl. Das Öl soll die Entwicklung der Eier stoppen und so den Bruterfolg der Kormorane eindämmen.

Drohne beim Anflug an einen Baum. In Kormorannestern werden die Eier mithilfe eines Auslegearms mit Öl besprüht.
Mit dem langen Auslegearm kommt die Drohne gut in die Kormorannester, um die Eier mit Öl zu besprühen. Pressestelle Ministerium für Ländlichen Raum/Waldmann

Ministerium: Drohne stört andere Vogelarten nicht

Der baden-württembergische Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) spricht nach dem ersten Drohnentestflug von einem Erfolg. Insgesamt wurden vier Nester auf unterschiedlichen Bäumen in rund 15 Minuten Flugzeit besprüht. Die Kormorane verließen das Nest erst, als die Drohne nah an das Nest herangekommen war. Unmittelbar nach dem Drohnenflug kehrten die Vögel in ihre Nester zurück. Andere Vogelarten wie beispielsweise Höckerschwan und Mittelmeermöwe seien bei dem Drohneneinsatz kaum beunruhigt gewesen, heißt es vom Ministerium.

In den kommenden Wochen sollen die Ergebnisse untersucht und mit dem projektbegleitenden Expertenkreis besprochen werden. Dem Expertenkreis gehören laut Ministerium Vertreterinnen und Vertreter des behördlichen und privaten Naturschutzes, der Fischerei und der Jagd an. Danach werde entschieden, wie es mit dem Projekt weitergehe. So könnten etwa weitere Drohnenflüge in größeren Kormorankolonien geplant werden. Durch das Projekt zur Eindämmung des Kormorans sollen laut Ministerium besonders gefährdete sogenannte Fokus-Fischarten geschützt werden. Dazu zählen Äsche, Nase, Strömer, Bitterling, Groppe und Bachneunauge. Die Maßnahme ist Teil eines EU-Projekts zum Fischartenschutz. Dafür stellt die Europäische Union 900.000 Euro bereit.

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Moritz Kluthe
SWR-Redakteur Moritz Kluthe Autor Bild

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