Auch in der Region Bodensee-Oberschwaben ist am Wochenende an die Reichspogromnacht und ihre Opfer erinnert worden. Rund um den 9. November 1938 wurden unter der Führung der Nationalsozialisten deutschlandweit Synagogen in Brand gesetzt. Jüdische Geschäfte wurden zerstört, zahlreiche Jüdinnen und Juden misshandelt, verhaftet und getötet.
Zerstörte Synagoge: Novemberpogrome in Laupheim
In Laupheim (Kreis Biberach) fand am Sonntagabend vor dem jüdischen Friedhof ein gemeinsames Gedenken statt. Eine Lichterprozession führte im Anschluss zum Gedenkstein am Platz vor der ehemaligen Synagoge. Sie wurde vor 87 Jahren angezündet. Laut der Historikerin Benigna Schönhagen kamen dafür in den frühen Morgenstunden des 10. November SA-Männer aus Ulm. Ortsansässige hätten sich teils bereitwillig beteiligt. Die Feuerwehr habe damals nicht löschen dürfen, sondern nur die umliegenden nicht-jüdischen Häuser schützen dürfen. Das schrieb die Historikerin in einem Beitrag zur politischen Landeskunde Baden-Württembergs.
Erinnerung wachhalten - ökumenischer Gottesdienst in Bad Waldsee
"Nie wieder ist jetzt" - unter diesem Motto gab es am Sonntag in Bad Waldsee im Kreis Ravensburg vor dem Rathaus einen ökumenischen Gedenkgottesdienst. Die Stadt Ravensburg setzte ein Zeichen für Demokratie, Vielfalt und Toleranz und hisste eine "Fahne für Demokratie" vor dem Neuen Rathaus.
Stolpersteine in Konstanz wurden geputzt
Bei einer Mahnwache in Konstanz sollten alle Stolpersteine in der Stadt durch Konstanzer Bürgerinnen und Bürger geputzt werden. Das teilte die Initiative "Stolpersteine für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz" mit.
Zum Gedenken an die Pogromnacht wurde an jedem Stein eine Kerze entzündet, eine Blume niedergelegt und die Biografie vorgestellt.