In der städtischen Galerie "Fähre" in Bad Saulgau (Kreis Sigmaringen) wird derzeit die Ausstellung "Niemandsland" über die vom Bodensee stammende Künstlerin Christa Näher gezeigt. Näher ist vor allem für ihre großformatigen Pferdebilder bekannt. Rund 50 Werke aus allen Schaffensperioden der Malerin sind zu sehen.
Oberschwaben wurde Wahlheimat für Näher
Geboren wurde die heute 78-Jährige 1947, in dem Jahr, in dem die "Fähre" im oberschwäbischen Bad Saulgau erstmals Kunst präsentierte und daher als älteste städtische Galerie Oberschwabens gilt. Näher lebte zunächst nicht in Oberschwaben. Sie stammt aus Lindau und wohnte lange in Köln, Frankfurt sowie Berlin. Vor etlichen Jahren hat sie sich jedoch in der kleinen Gemeinde Wolfegg (Kreis Ravensburg) in einem restaurierten alten Bauernhaus niedergelassen.
Näher lehrte von 1987 bis 2013 an der renommierten Städelschule in Frankfurt. Sie war dort die erste Frau, die eine Professur für Malerei innehatte. Sie wandte sich immer gegen die Kommerzialisierung der Kunst, gegen Modeströmungen in der Malerei. Die Malerei müsse völlig unabhängig von äußeren Einflüssen sein und aus dem Inneren kommen, sagt sie. Christa Näher war international erfolgreich, u.a. war sie 1992 auf der neunten documenta in Kassel vertreten. Zuletzt allerdings war es etwas ruhig um die emeritierte Kunstprofessorin geworden.
Die Malerei ist die Sprache der Seele, des Geistigen, und vor allem: Sie ist ein Mysterium.
Bis heute hat Christa Näher ein umfassendes Werk von mehr als 1.000 Gemälden und Zeichnungen geschaffen. In der "Fähre" sind Werke aus allen Schaffensperioden zu sehen, die Ausstellung steht unter dem Motto "Niemandsland". Rund 40 Gemälde, dazu Zeichnungen und Texte werden gezeigt.
Wiederkehrende Motive und Themen sind u.a. Pferde, Minotauren, Werwölfe und Weberknechte. Dabei ist oft das Dunkle, Düstere, auch Abgründige und Rätselhafte der Grundton ihrer Malerei. Die Ölgemälde sind oft fast wandfüllend, berühmt sind ihre großen Porträts von Pferden, die Ton in Ton gehalten grau-schwarz auf der Leinwand prangen. Die Tiere und Gestalten scheinen aus fernen weiten Räumen, Sphären und Zeiten zu kommen, rühren an existenzielle Grunderfahrungen und Urängste.
Meine künstlerische Arbeit hat nicht das Bedürfnis, die Jetztzeit zu dekorieren oder abzubilden. Ich möchte hinter meine Erinnerungen sehen.
In der großen Ausstellung "Niemandsland, Christa Näher" in Bad Saulgau können die Besucherinnen und Besucher die ungewöhnliche Künstlerin kennenlernen und sich in ihre eigene Bilderwelt entführen lassen. Die Ausstellung ist noch bis 8. März 2026 in der Städtischen Galerie "Fähre" in Bad Saulgau zu sehen. Sie ist von Dienstag bis Sonntag, jeweils von 14 bis 17 Uhr geöffnet.