Das grenzüberschreitende Interreg-Programm "Fischartenschutz und Kormoranmanagement" will die Lebensräume bedrohter Fischarten am Bodensee verbessern. Auch die Ausbreitung der Kormorane soll eingedämmt werden. Dafür stellt die Europäische Union 900.000 Euro bereit.
Ökologischer Druck auf Fischarten im Bodensee nimmt zu
Besonders bedrohte Fischarten im Bodensee sollen geschützt werden. Laut einer Mitteilung des baden-württembergischen Landwirtschaftsministeriums handelt es sich dabei um die Äsche, die Nase, den Strömer, den Bitterling, die Groppe und das Bachneunauge.
Der Klimawandel und das Eindringen sogenannter "invasiver Lebewesen" wie der Quagga-Muschel bedrohen die Fische im Bodensee. Damit nimmt der ökologische Druck auf die heimischen Fischarten ständig zu. Von 39 im Bodensee heimischen Fischarten seien 24 in ihrem Bestand gefährdet, so die Mitteilung.
Kormorane vermehren sich am Bodensee besonders stark
Ein Problem für die Fische ist auch der Kormoran. Er gilt einerseits als geschützte Vogelart, hat aber andererseits unrühmliche Bekanntheit durch seinen großen Appetit auf Bodenseefische gewonnen. Wie den Bestand der Kormorane unter Kontrolle halten, ohne gegen die Vorgaben des Natur- und Artenschutzes zu verstoßen? Genau dies ist ein wichtiger Aspekt des neuen Interreg-Programms.
Laut Mitteilung des Landwirtschaftsministeriums sollen modernste Drohnen zum Brutmanagemet der Kormorane eingesetzt werden. Über die Auswertung der Daten erhoffen sich die Fachleute Anhaltspunkte, wie eine Eindämmung der Bestände gelingen könnte.
Bereits im Februar dieses Jahres hatte das Umweltministerium den testweisen Einsatz von Drohnen gegen die stark steigenden Zahl an Kormoranen am Bodensee angekündigt. Das Fluggerät habe einen langen Auslegearm und könne die Eier in den Kormorannestern mit Öl besprühen. Das Öl sorge dafür, dass sich keine Jungvögel entwickeln, so die Ministerien für Umwelt und Landwirtschaft. Ein Prototyp sei bereits erfolgreich eingesetzt worden.
Grenzüberschreitende Maßnahmen sind wichtig
Wichtig sei der grenzüberschreitende Charakter aller Projekte, so der baden-württembergische Landwirtschaftsminister Peter Hauk in einer Mitteilung. Die auf drei Jahre angelegten Projekte zum Fischartenschutz und zum Kormoranmanagement gehen gemeinsam von den deutschen Bundesländern Baden-Württemberg und Bayern sowie vom Fürstentum Liechtenstein, von der Schweiz und vom österreichischen Bundesland Vorarlberg aus.