Gefräßiger Vogel steht unter Naturschutz

Zum Schutz heimischer Fischarten: Zahl der Kormoran-Abschüsse am Bodensee steigt

Eigentlich stehen Kormorane unter Naturschutz, doch sie gefährden auch den Fischbestand. Unter strengen Auflagen dürfen sie getötet werden. Nun gibt es neue Zahlen zu den Abschüssen.

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Fischer beobachten und kritisieren seit Jahren den starken Anstieg der Kormoran-Population am Bodensee. Die Tiere können laut Experten täglich bis zu einem halben Kilogramm Fisch verzehren. Um die heimischen Fischarten vor dem gefräßigen Vogel zu schützen, wird schon länger versucht, den Bestand der Tiere einzudämmen. Allerdings steht der Kormoran unter Naturschutz.

In Deutschland ist es Fischern gestattet, an wichtigen Stellen, einzelne Kormorane an ihren Netzen zu töten. Diese Maßnahme ist gemäß der Kormoran-Verordnung außerhalb von Schutzgebieten zwischen Mitte August und Mitte März erlaubt. Für die übrige Zeit des Jahres sowie für Schutzgebiete können Ausnahmegenehmigungen erteilt werden.

Zahl der Abschüsse? Probleme mit digitaler Meldestelle

Genaue Zahlen über die Abschüsse zu bekommen, gestaltete sich zuletzt allerdings schwierig. Eine digitale Meldestelle, die Meldungen an die Unteren Naturschutzbehörden erleichtern sollte, lieferte ungenügende Ergebnisse.

Nun gibt es aber neue Zahlen: In den vergangenen vier Jahren sind am Bodensee über 800 Kormorane geschossen worden. Die Zahl der getöteten Vögel stieg dabei zuletzt deutlich an, wie das Umweltministerium in einer am Mittwoch veröffentlichten Antwort auf eine Anfrage der FDP-Landtagsfraktion mitteilte.

Im Jagdjahr 2024/2025 wurden 246 Kormorane erlegt, im Jahr davor waren es 266. In den beiden vorausgehenden Jahren lagen die Zahlen mit 148 und 143 deutlich niedriger.

Drohnen und Scheinwerfer: Wie senkt man den Kormoran-Bestand?

Das Ministerium stuft gezielte Abschüsse als geeignetes Mittel ein, um heimische Fischarten zu schützen und wirtschaftliche Schäden für die Fischerei abzuwenden. Geplant sei zudem, den Bruterfolg der Vögel im nächsten Jahr mithilfe von Drohnen zu senken. In einem Pilotprojekt werden Drohnen die Eier in den Gelegen einölen in der Hoffnung, dass dann weniger Tiere schlüpfen. Ein Projekt mit Scheinwerfern blieb 2008 hinter den Erwartungen zurück und wurde später als rechtswidrig eingestuft.

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Erstmals publiziert am
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Autor/in
SWR

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