Eis schmilzt und wird brüchig

"Eiszeit" am Bodensee endet: Wind und Wellen zerstören Eisflächen auf Gnadensee

Steigende Temperaturen und stürmischer Wind lassen die Eisflächen am Bodensee kleiner werden. Vor allem auf dem Gnadensee wird das Eis dünner. Schlittschuhlaufen geht kaum noch.

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Stand

Auf der Eisfläche am Gnadensee zwischen Allensbach und Reichenau (beide Kreis Konstanz) zeichnen sich große, dunkle Flecken ab: Das Eis ist dünn geworden, das Wasser scheint durch. Steigende Temperaturen sowie Wind und Wellen haben überall am Bodensee dafür gesorgt, dass das Eis schmilzt und die Eisflächen zurückgehen.

Je mehr sich die Spaziergänger und Eisläufer vom Uferbereich entfernen, desto größer ist laut Wasserschutzpolizei die Gefahr, ins Eis einzubrechen. So geschehen schon am Mittwoch, als sich Menschen auf dem Eis zu weit hinaus wagten.

Impressionen vom Eis in den vergangenen Tagen am Gnadensee:

Der zugefrorene Gnadensee: Die Eisfläche wird kleiner, das Eis schmilzt und wird brüchig.
Die Eisfläche am Gnadensee wird deutlich kleiner. Das Wasser schwappt über das Eis. Bild in Detailansicht öffnen
Der zugefrorene Gnadensee: Die Eisfläche wird kleiner, das Eis schmilzt und wird brüchig.
Dunkle Flecken auf dem Eis zeigen: Hier wird das Eis dünn. Bild in Detailansicht öffnen
Ein Schild informiert über Eisrettungsgeräte. Auf dem zugefrorenen Gnadensee schmilzt das Eis.
Betreten auf eigene Gefahr, warnt dieses Schild. Bild in Detailansicht öffnen
Hunderte Menschen auf dem zugefrorenen Gnadensee.
Hunderte Menschen waren an Dreikönig auf dem zugefrorenen Gnadensee unterwegs. Bild in Detailansicht öffnen
Spaziergänger sind am Montag auf dem zugefrorenen Bodensee zwischen Hegne und der Reichenau auf dem Eis.
Schon am Montag wagten sich Menschen zu Fuß von der Reichenau über den Gnadensee ans "Festland" bei Allensbach-Hegne. Bild in Detailansicht öffnen
Eisplatten auf dem Bodensee vor Allensbach-Hegne. Der kalte Wind hat die Wasseroberfläche des Gnadensees mit Blick auf die Reichenau gefrieren lassen.
Eisplatten auf dem Bodensee vor Allensbach-Hegne. So fing sie an, die "Eiszeit" am Bodensee. Bild in Detailansicht öffnen

Mittlerweile sieht man nur noch vereinzelt Spaziergänger auf dem Gnadensee. Am Dreikönigstag waren noch Tausende Menschen mit Schlitten, auf Kufen oder zu Fuß auf dem See unterwegs.

Es war eine schöne Eiszeit für alle.

Am Donnerstag sorgte dann starker Schneefall dafür, dass Schlittschuhläufer am Gnadensee buchstäblich ausgebremst wurden. Hinzu kamen am Freitag Temperaturen deutlich über null Grad und stürmischer Wind.

Der Wind verursache starken Wellengang. Das Eis werde brüchig, es gebe große Risse und das Wasser schwappe über die Eisfläche, erklärt Udo Balbach von der Wasserschutzpolizei Reichenau. Dadurch habe sich die große Eisfläche am Gnadensee deutlich reduziert.

Breite Eisflächen entlang des Bodenseeufers bei Friedrichshafen

Auch andernorts am Bodensee - wie am "Kleinen See" vor Lindau und an der Rotachmündung vor Friedrichshafen - trafen sich in den vergangenen Tagen Menschen zum Schlittschuhlaufen. Von Friedrichshafen bis Eriskirch (Bodenseekreis) waren breite Flächen vor dem Ufer zugefroren. Doch auch hier werden steigende Temperaturen, Wind und Wellen voraussichtlich die Eisfläche verkleinern.

Eis im Uferbereich des Gnadensees kann noch tragen

Udo Balbach von der Wasserschutzpolizei Reichenau geht davon aus, dass im ufernahen Bereich am Gnadensee das Eis noch eine Weile trägt. Und zum Wochenende, wenn die Temperaturen wieder sinken, könnten sich auch die Eisflächen wieder vergrößern. Aber bis dahin sollte jeder das Eis in Eigenverantwortlichkeit betreten und aufmerksam beobachten, wo es dünn wird.

Udo Balbach von der Wasserschutzpolizei Reichenau auf dem zugefrorenen Gnadensee. Die Eisfläche wird kleiner, das Eis schmilzt und wird brüchig.
Udo Balbach von der Wasserschutzpolizei Reichenau.

Wer am Gnadensee in Ufernähe einbricht, steht nur knöcheltief im drei Grad kalten Wasser. Weiter draußen beträgt die Wassertiefe rund 90 Zentimeter. Da könne es dann schon kritisch werden, sagt Balbach. Zwei eingebrochene Schlittschuhläufer mussten am Mittwoch mit Unterkühlung ins Krankenhaus gebracht werden.

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Wasserschutzpolizei warnt Zugefrorener Bodensee: Mehrere Menschen ins Eis eingebrochen

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Stefanie Baumann
SWR-Redakteurin Stefanie Baumann Autorin Bild

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